Rotspitzigkeit – Hilfe, was kann ich gegen diese Rasenkrankheit tun?

Wie Sie Rotspitzigkeit im Rasen bekämpfen können

Nach dem Umzug in unsere Doppelhaushälfte, hatten wir uns für einen schönen Rollrasen im Garten entschieden. Einfach ein tolles Grün, das von heute auf morgen den Garten zierte. Ich kann jedem nur empfehlen, den Traum aller vieler Gartenbesitzer wahr werden zu lassen.

Die Kosten stehen aus meiner Sicht in einem ordentlichen Verhältnis zu dem Nutzen. Wir beräuen diese Entscheidung zumindest keinesfalls. In zwei ausführlichen Artikeln haben wir einerseits eine „Schritt für Schritt Anleitung zum Rollrasen verlegen“ erstellt und gehen andererseits auf die „Vorteile und Nachteile von Rollrasen“ ein.

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Deshalb möchte ich an dieser Stelle weniger auf die allgemeinen Themen rund um den schönen Rollrasen eingehen, sondern vielmehr auf die spezielle Rasenkrankheit „Rotspitzigkeit“, die sich bei uns leider breit gemacht hat.

Was ist Rotspitzigkeit und wodurch entsteht dieser Rasenpilz?

Rotspitzigkeit ist scheinbar eine sehr weit verbreitete Rasenkrankheit, die auf der ganzen Welt vorkommen kann. Sie wird durch einen Pilzbefall ausgelöst und sorgt dafür, dass der Rasen plötzlich unschön aussieht.

Rote bzw. braune Flecken, die meist ziemlich rund aussehen und einen Durchmesser von 3-6 cm aufweisen, kennzeichnen diese Krankheit. Wenn man etwas genauer hinschaut, dann sind diese Flecken tatsächlich nicht (nur) braun. Es zeigen sich kleinere rote Fäden, die mitunter auch direkt neben gesunden, grünen Rasenpflanzen wachsen.

Bei uns und auch bei unseren Nachbarn finden sich relativ viele kleine Stellen, an denen diese kreisrunden Stellen auftreten. Es handelt sich also nicht nur um einen singulär auf den eigenen Garten begrenzten Befall, der durch eine falsche Pflege des eigenen Rasens beispielsweise auftreten kann (außer unsere Nachbarn und wir bewässern und düngen alle falsch – das kann natürlich auch sein…)

Das optimale Klima für eine rasante Verbreitung von Rotspitzigkeit ist feuchtwarm. Temperaturen zwischen 15° und 20° sowie sehr starke Regenfälle und damit einhergehend ein sehr feuchter Boden sind die optimale Umgebung dieser Rasenkrankheit.

Im Normalfall sollte das Wasser ja auch nach einem starken Regenfall (wie in diesem Jahr sehr häufig) gut in den Boden einsickern. Gibt es jedoch Stellen, die beispielsweise eine zu starke Verdichtung aufweisen, entsteht Staunässe. Diese Staunässe wiederum fördert die Bildung von Rasenpilzen enorm.

Neben einem verdichteten Boden und Staunässe kann jedoch auch ein Mangel an Nährstoffen im Boden für das Ausbrechen von Rotspitzigkeit sorgen.

Wie gefährlich ist diese Rasenkrankheit?

Hier kommt die gute Nachricht: Die Krankheit ist weniger gefährlich für den eigenen Rasen. Vielmehr stören einen selbst aber die unschönen Flecken auf dem grünen Teppich.

Die Rasenpflanzen sind nicht komplett abgestorben, sondern leben weiterhin und können mit relativ einfachen Mitteln im Kampf gegen den Rasenpilz unterstützt werden. Im Grunde kann man es sich so vorstellen, dass die gesunden Rasenpflanzen mit einem leichten Filz bedeckt werden. Dadurch werden sie an den Spitzen bräunlich und erwecken den Eindruck, sie seien abgestorben.

Die wichtigsten Hinweise sowie Tipps & Tricks, wie Sie die Rotspitzigkeit bekämpfen können, finden Sie in dem nächsten Absatz. Diese Art der Rasenkrankheit muss nicht zwingend mit einem Fungizid behandelt werden (wie z.B. wenn Pilze im Rasen auftreten oder Unkraut im Rasen vorhanden ist).

Was hilft gegen Rotspitzigkeit?

Mittel gegen Rotspitzigkeit: Einfach wegharken
Mittel gegen Rotspitzigkeit: Einfach wegharken

Das wirklich einfachste Mittel gegen die Rotspitzigkeit ist das schlichte „Abharken“. Mit einem Laubrechen harken Sie einfach über die betroffenen Stellen und entfernen damit den überschüssigen Filz. Damit sorgen Sie direkt für etwas mehr Luft an den einzelnen Grashalmen, sodass diese weiter austreiben können.

Anschließend sorgen Sie mit einem speziellen Rasendünger, der neben einem hohen Stickstoff-Gehalt auch einen gleichzeitig hohen Kalium-Gehalt aufweist, für die optimale Versorgung des Bodens. Achten Sie jedoch darauf, dass der verwendete Rasendünger nicht unbedingt Kalk enthalten muss. Dieser könnte dafür sorgen, dass der pH-Wert aus dem Normwert läuft. Rotspitzigkeit ist nämlich kein Indikator dafür, dass Sie Ihren Rasen kalken müssen.

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Der Rasendünger Ihrer Wahl sollte kein Langzeitdünger sein, sondern einer, mit Soforteffekt. Hintergrund ist, dass die Rasenpflanzen sofort neue, frische Triebe erzeugen müssen, die die älteren und mit dem Rasenpilz befallenen Pflanzen dann zurückdrängen können.

Eine gute Nährstoffversorgung des Bodens kann gleichzeitig auch vorbeugende Wirkung haben, sodass es im besten Fall gar nicht erst zu einem Befall einer Rasenkrankheit kommt.

Wenn durch den Rasenpilz tatsächlich ein paar Rasenpflanzen komplett abgestorben sein sollten, dann können Sie diese Stellen mit neuer Rasensaat ausbessern. Nach kurzer Rasen Keimzeit wird die unschöne Stelle dann mit neuem Rasen bewachsen sein und sich optimal in den Gesamteindruck der Rasenfläche integrieren.

Aber auch nichts tun kann helfen

Ja, auf eine Regenzeit folgt meistens auch Trockenheit. Wenn es nur um die Staunässe geht, dann kann das durchaus eine Möglichkeit sein.

Im Internet findet man Artikel, die besagen, dass sich dieses Problem auch von ganz alleine lösen kann.

Ob das stimmt, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Aber wir werden das hoffentlich bis zum Ende des Sommers mit Hilfe einer Testfläche beantworten können. Ein Update gibt es später – sobald das Ergebnis vorliegt.

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