Rasen vertikutieren - Wann und wie den Rasen vertikutieren?

Häufig ist das Rasen vertikutieren das erste, was Hobby-Gärtnern in den Sinn kommt, um den Rasen im Frühjahr wieder in eine gute Form zu bringen. Ein schöner Rasen soll möglichst gleichmäßig gewachsen und immer schön grün sein. Um das zu ermöglichen müssen gewisse Rahmenbedingungen erfüllt werden.
Neben gutem Wetter, dem richtigen Rasendünger und ausreichend Wasser kannst du auch selbst etwas für deinen Rasen tun. Vertikutieren verschafft ihm Luft, damit er atmen und gut wachsen kann.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Was es bringt: Vertikutieren ritzt die Grasnarbe an und holt Rasenfilz und Moos heraus, damit Luft und Licht an die Wurzeln kommen.
- Zeitpunkt: im Frühjahr (April/Mai) oder im Spätsommer, an einem trockenen Tag mit mindestens 7 bis 10 °C, wenn der Rasen wächst. Im Sommer nicht.
- Nicht zu früh: Neuen Rasen erst nach 1 bis 2 Jahren zum ersten Mal vertikutieren.
- Vorher und nachher: vorher so kurz wie möglich mähen, danach direkt düngen und kahle Stellen nachsäen.
- Nicht zu tief: Die Messer dürfen die Wurzeln nicht beschädigen.
Rasen vertikutieren – Wie funktioniert es und was genau passiert dabei?
Das Rasen vertikutieren ist eine Lockerung der gesamten Grasnarbe. Im Laufe eines Jahres nisten sich im Rasen ungeliebte Gäste wie z.B. Moos ein, die das feuchtwarme Klima genießen und unwahrscheinlich gut gedeihen.
Der Rasen bildet nach einiger Zeit einen Rasenfilz, den man regelmäßig entfernen sollte. Rasenfilz sind meist abgestorbene Rasenpflanzen, die umgefallen sind und sich auf dem Boden breit machen. Hier sorgen sie dafür, dass wenig Licht und wenig Luft an die Wurzeln des Rasens kommen.
Beim Rasen vertikutieren entzweit man Rasen sowie Moos und bietet dem Rasen so die Chance auf mehr Licht und Luft. Ferner entfernt das Vertikutieren alles, was eine Ebene über der Grasnarbe wächst - unter anderem auch den ungeliebten Rasenfilz.
Beim Vertikutieren werden allerdings auch gesunde Graspflanzen in Mitleidenschaft gezogen, und der Rasen sieht danach eine Zeit lang nicht besonders schön aus. Deshalb ist es wichtig, direkt danach Rasendünger auszubringen. Er versorgt den Boden mit Nährstoffen und regt die Rasenpflanzen zu neuem Wachstum an.
Kahle Stellen werden damit innerhalb von kurzer Zeit eliminiert und gehören schnell der Vergangenheit an. Diese eher triste Zeit ist dann schnell wieder vergessen, wenn einige Zeit später, die Rasenpflanzen umso stärker und dichter verwachsen sind und die grüne Rasenfläche auf eine natürliche Art wiederhergestellt ist.
Richtiger Zeitpunkt zum Vertikutieren
Bevor du einen neu angelegten Rasen das erste Mal vertikutierst, solltest du ihm ein paar Jahre Zeit geben, kräftig und robust zu werden. In den ersten 1-2 Jahren ist Vertikutieren nicht ratsam und meistens auch nicht nötig.
Wird der Rasen älter, wird er gleichzeitig auch pflegebedürftiger – der Vergleich mit einem Menschen würde hinken, passt dennoch irgendwie ein wenig.
Da du beim Vertikutieren auch intakte Pflanzen erwischst, empfehle ich, auf trockenes Wetter mit mindestens 7-10 Grad zu warten, wenn der Rasen bereits wächst. Dann schließt er die kahlen Stellen möglichst schnell wieder.
Mäh den Rasen vor dem Vertikutieren so kurz wie möglich, damit die Messer keine längeren Pflanzen herausreißen.
Trockenes Wetter ist dabei sehr wichtig. An einem zu feuchten Tag ist die Arbeit deutlich schwerer, und du reißt leicht ganze Rasenpflanzen heraus und schadest mehr, als du pflegst.
Die beste Zeit zum Vertikutieren ist das Frühjahr (April/Mai) oder, zur “Nachpflege”, der Spätsommer und frühe Herbst. Wähl am besten einen trockenen und milden Tag.
Im Sommer ist der Rasen durch vorhandene Dürreperioden ohnehin schon sehr strapaziert, sodass man ihm keine zusätzlichen Lasten aufbürden sollte.
Richtig vertikutieren – Aber wie?
Zum Vertikutieren nimmst du am besten einen Vertikutierer mit Elektro- oder Akkumotor, dessen rotierende Messer die Grasnarbe anritzen, Filz lösen und Moos herausziehen.
Früher griff man eher zur Harke. Das würde ich dir nur empfehlen, wenn du Lust auf ein kostenloses Workout hast, denn für dasselbe Ergebnis brauchst du viel Muskelkraft und Schweiß.
Egal, welche Methode du wählst: Achte darauf, dass die Messer (oder die Harke) nicht zu tief in den Boden gehen, damit die Wurzeln nicht beschädigt werden.


