Ratgeber

Grasmilben bekämpfen - 6 Fragen zu den kleinen, lästigen Plagegeistern

Bastian Behrens Aktualisiert am 31. Dezember 2023 5 Min. Lesezeit
Grasmilben erfolgreich bekämpfen

Grasmilben (auch Herbstmilben oder Erntemilben) sind kleine lästige Tiere, die insbesondere im Erdreich die besten Lebensbedingungen vorfinden. Daher ist praktisch jeder Garten ein potentieller Lebensraum für die Plagegeister. Aber längst nicht jeder Rasen ist tatsächlich auch befallen und nicht jede Form der Milben sorgt für großen Unmut.

Es gibt nämlich etliche verschiedene Formen dieser Milben - die einen aggressiver andere zurückhaltender. Diese Milben sind kleine Larven, die ein Vorstadium späterer Spinnentiere darstellen.

Die kleinen Parasiten legen ihre Eier gern auf die Spitzen der Rasenpflanzen, sodass sich die Larven bei Berührung mit einem potentiellen Wirt an diesen heften zu können. Dieses Verhalten ähnelt sehr stark dem Lebensinhalt von Zecken.

Besonders gern beißen sich die im Gras lebenden Milben in Hautfalten und anderen warmen stellen von Menschen sowie Nutz- und Haustieren fest.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Was sie sind: Grasmilben (Herbst- oder Erntemilben) sind 0,1 bis 0,3 mm kleine Spinnentiere, stechen tun nur die Larven.
  • Saison: Die Larven schlüpfen etwa im Juni und Juli, im Sommer sind die meisten unterwegs.
  • Stiche: zunächst schmerzfrei, danach stark juckende rote Quaddeln, oft in Hautfalten. Krankheiten übertragen sie nach bisherigem Wissen nicht.
  • Befall prüfen: Ein weißes Blatt Papier oder Leinentuch auf dem Rasen zeigt die rötlichen Milben.
  • Bekämpfen: oft mit Korb mähen, Schnittgut in die Biotonne, regelmäßig wässern und vertikutieren.

Was sind Grasmilben?

Die im Gras lebenden Milben sind sehr klein und werden häufig mit Flöhen verwechselt. Erwachsene Herbstgrasmilben sind kleine Spinnentiere, die meist ausschließlich im Boden leben und somit keine Bedrohung für Mensch und Tier darstellen. Insbesondere Larven der Grasmilben können stechen bzw. beißen.

Woran erkennst du Stiche von Grasmilben? Und wie reagieren Katzen, Hunde oder Kleinkinder darauf?

Der Biss einer Grasmilbe ist zunächst schmerzfrei. Erst kurze Zeit nachdem die saugenden Larven der Herbstgrasmilbe zugeschlagen haben, wird ein unangenehmer Juckreiz ausgelöst, der von kleinen roten Punkten auf der Haut begleitet wird.

Kleine rote Quaddeln, die nicht nur Jucken, sondern auch warm werden, sind ein Indikator für einen Befall durch die typische Erntemilbe. Diese Punkte auf der Haut sehen aus wie eine Ansammlung kleiner Pickel, die in der Regel kreisrund sind und einen Durchmesser von wenigen Milimetern haben.

Wann treten Grasmilben auf?

Vor allem im Sommer findet man besonders viele Grasmilben. Wenn die Temperaturen ansteigen, beginnt die Jahreszeit, in der die Bedingungen für ein schnelles Wachstum einfach am besten sind. Die Wärme liebenden Milben schlüpfen etwa zwischen Juni und Juli.

Der Winter hingegen ist ein natürlicher Feind für die kleinen Insekten. Zwar ziehen sich ausgewachsene Rasenmilben bis zu einem halben Meter in den Boden zurück, trotzdem kann der Frost sie erwischen. Hierbei kommt es natürlich sehr darauf an, wie frostig der Winter tatsächlich ist und wie tief der Boden wirklich gefroren ist.

Wenngleich wir in Deutschland aktuell relativ selten so richtig harte Winter haben, gibt es dennoch Wochen, in denen die Temperaturen derartig fallen, dass auch der Boden ordentlich friert.

Können Grasmilben Menschen befallen?

Ja, sowohl Menschen als auch Tiere wie Hunde oder Katzen können von den lästigen Tierchen befallen werden. Meist werden sie über Haus- und Nutztiere übertragen, die als hervorragende Wirte für die Verbreitung sorgen.

Im Gegensatz zu Zecken, sind Grasmilben jedoch kein potentieller Überträger von Krankheiten. Bisher zumindest, ist kein Fall bekannt, in dem eine Herbstgrasmilbe eine schwerwiegende Krankheit auf den Menschen übertragen hat.

Woher kommen Grasmilben? Wo leben Grasmilben?

Grundsätzlich leben die lästigen Parasiten im Erdreich und versuchen ihre Larven möglichst so zu platzieren, dass sie sich bei einem Wirt stärken und dadurch ordentlich wachsen können. Neben Wiesen auf denen Nutztiere stehen gibt es auch herkömmliche Rasenflächen, die unter umständen befallen sind. Mit dem bloßen Auge kann man das jedoch nicht erkennen.

Auch frischer Mutterboden aus der Gärtnerei oder dem Gartencenter kann bereits Milbenlarven enthalten. Auf diesem Weg gelangen die Schädlinge dann in deinen Garten.

Natürliche Feinde haben Grasmilben kaum. Asseln und Wespen gelten als Feinde von Milben, ob sie gezielt Grasmilben fressen, ist aber nicht belegt.

Wie kann man Grasmilben erkennen?

Grasmilben werden nur 0,1 bis 0,3 mm groß. Ob dein Rasen befallen ist, prüfst du deshalb mit einem einfachen Trick.

Leg ein weißes Blatt Papier auf den Rasen und warte einige Zeit. Die kleinen Krabbeltierchen lassen nicht lange auf sich warten und kriechen auf das Papier. Dort erkennst du sie schnell an ihrer rötlichen Färbung. Alternativ kannst du an einem sonnigen Nachmittag ein weißes Leinentuch über den Rasen ziehen. Auch darin krallen sich die Herbstgrasmilben fest.

Wie kann man Grasmilben bekämpfen?

Mit ein paar Methoden schränkst du den Lebensraum der Plagegeister ein und beugst ihrer Verbreitung vor.

Nicht alle Methoden lassen die Milben komplett verschwinden, sie helfen aber dabei, dass du deinen Rasen trotz Befall weiter nutzen kannst.

Am effektivsten sind folgende Maßnahmen:

  • Regelmäßiges Rasenmähen mit Korb
  • Rasenschnitt direkt in der Biotonne entsorgen (die Verarbeitung auf Beeten ist bei einem akuten Befall nicht empfohlen, da die Milben sich dort weiterhin gut verbreiten können)
  • Den Rasen regelmäßig bewässern, dann ziehen sich die kleinen Tierchen in den Boden zurück
  • Regelmäßig vertikutieren, denn Moos ist ein optimaler Lebensraum für Grasmilben
  • Nach dem Spielen auf befallenem Rasen duschen, um die Milben direkt abzuspülen

Auch chemische Mittel können helfen: Ein spezielles Grasmilben-Konzentrat lässt viele Plagegeister absterben, beseitigt aber häufig nicht alle Milben.

Foto: rhphoto / iStock

Bastian Behrens

Geschrieben von Bastian Behrens

Ich pflege meinen eigenen Rasen mit Leidenschaft und zeige hier seit 2013, wie er dicht, grün und unkrautfrei wird. Mehr als eine Million Menschen haben meine Ratschläge schon gelesen, mein Buch zu Unkraut im Rasen wurde über 2.000-mal verkauft. Mehr über mich