Ratgeber

5 Methoden, um Zecken im Rasen zu bekämpfen

Bastian Aktualisiert am 22. Dezember 2023 4 Min. Lesezeit
Ruhezeiten beim Rasenmähen

Mit dem Frühling und den wärmeren Temperaturen werden auch die Zecken wieder aktiv. Schon ab etwa 7 Grad machen sie sich auf die Suche nach einem Wirt.

Zecken sind keine Insekten, sondern Spinnentiere, genau wie Grasmilben. Sie lauern in hohem Gras, Laub und Gebüsch, gerade dort, wo es feucht und schattig ist.

Zecken im Garten sind ein Risiko für Menschen und Haustiere, denn sie können Krankheitserreger übertragen, vor allem Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Auch Hunde und Katzen sind betroffen und können durch Zeckenstiche krank werden.

Regelmäßige Rasenpflege spielt eine wichtige Rolle im Kampf gegen Zecken. Ein kurz gehaltener Rasen bietet ihnen kaum Versteckmöglichkeiten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zecken lauern im hohen Gras, Laub und Gebüsch, meist in 10 bis 50 cm Höhe. Sie übertragen Borreliose und FSME.
  • Beste Vorbeugung: Rasen regelmäßig kurz mähen, Laub entfernen, Büsche auslichten.
  • Barriere: ein Streifen aus Kies oder Holzhäckseln zwischen Rasen und Wiese oder Waldrand.
  • Chemie im Rasen: Für den Hausgarten gibt es praktisch keine zugelassenen Mittel, wir raten ab.
  • Nach der Gartenarbeit den Körper absuchen und Zecken mit der Zeckenzange gerade herausziehen.

Methode 1: Rasenpflege als Prävention

Die wirksamste Vorbeugung ist ein gepflegter Rasen. Regelmäßiges Mähen und Trimmen der Ränder ist entscheidend, denn in kurzem Gras trocknen Zecken schnell aus und finden kaum Halt.

Zusätzlich helfen Barrieren: Ein Streifen aus Kies oder Holzhäckseln zwischen Rasen und angrenzenden Hecken, Wiesen oder Waldrändern macht es Zecken schwerer, in den Rasen einzuwandern.

Pflanzen wie Lavendel oder Rosmarin sollen Zecken durch ihre ätherischen Öle abschrecken. Wissenschaftlich belegt ist diese Wirkung im Garten aber kaum, verlass dich also nicht allein darauf.

Die Kombination aus regelmäßiger Rasenpflege und Barrieren zu Wildflächen macht deinen Garten für Zecken deutlich unattraktiver.

Methode 2: Zeckenschutz für dich

Da du Zecken im Garten nie ganz loswirst, ist der persönliche Schutz genauso wichtig. Zeckenschutzmittel für die Haut mit Wirkstoffen wie Icaridin oder DEET halten Zecken für einige Stunden fern.

Natürliche Mittel mit ätherischen Ölen wie Lavendel-, Teebaum- oder Eukalyptusöl wirken meist schwächer und kürzer. Verwende sie nur verdünnt, weil sie die Haut reizen können.

Bei der Gartenarbeit schützen außerdem lange, helle Kleidung und in die Socken gesteckte Hosenbeine. Auf heller Kleidung erkennst du Zecken schneller.

Für Hunde und Katzen gibt es Spot-on-Präparate, Halsbänder oder Tabletten gegen Zecken. Welches Mittel passt, besprichst du am besten mit deiner Tierarztpraxis.

Methode 3: Chemie im Rasen?

Für den Haus- und Kleingarten gibt es in Deutschland praktisch keine zugelassenen Mittel, um Zecken großflächig im Rasen zu bekämpfen.

Wir raten davon ab, Insektizide auf den Rasen zu sprühen. Sie töten vor allem nützliche Insekten, und die Zecken im Umfeld kommen trotzdem wieder.

Setz lieber auf Rasenpflege, Barrieren und persönlichen Schutz.

Methode 4: Zecken richtig entfernen

Hat eine Zecke doch zugestochen, entfernst du sie so schnell wie möglich. Je länger sie saugt, desto höher ist das Risiko, dass sie Borrelien überträgt. Am besten geht das mit einer Zeckenzange, einer Zeckenkarte oder einer spitzen Pinzette.

Setz das Werkzeug direkt an der Haut an, möglichst nah am Kopf der Zecke, und zieh sie langsam und gerade heraus. Quetsch den Körper der Zecke dabei nicht und träufle vorher kein Öl oder Klebstoff darauf.

Desinfizier die Stichstelle danach und beobachte sie einige Wochen. Bildet sich eine ringförmige Rötung (Wanderröte) oder bekommst du grippeähnliche Beschwerden, geh zum Arzt.

Methode 5: Professionelle Hilfe

Bei starkem Zeckenaufkommen kann ein Schädlingsbekämpfer oder Gartenfachbetrieb helfen, die Ursachen im Garten zu finden.

Das lohnt sich, wenn der Befall trotz Rasenpflege nicht nachlässt oder bestimmte Ecken deines Gartens zu echten Zeckenhotspots werden, zum Beispiel am Rand zu Wald oder Wiese.

Achte bei der Auswahl auf Erfahrung, gute Empfehlungen und auf Betriebe, die ohne Chemie oder mit möglichst umweltschonenden Methoden arbeiten.

Wie gelangt eine Zecke eigentlich auf den Wirt?

Zecken sitzen meist auf Grashalmen oder niedrigen Sträuchern in einer Höhe von etwa 10 bis 50 cm. Streifst du im Vorbeigehen den Halm, auf dem eine Zecke sitzt, klammert sie sich an Haut oder Kleidung.

An behaarten Beinen und an Stoff finden Zecken besonders leicht Halt.

Auf dem Wirt angekommen, wandert die Zecke oft noch eine Weile umher, bis sie eine geeignete Stelle findet. Besonders beliebt sind warme, dünnhäutige Stellen wie Kopf und Haaransatz, Kniekehlen, Armbeugen, Leisten oder der Bauchnabel.

Was kann man gegen Zecken im Rasen tun?

Damit du bei der Gartenarbeit möglichst selten Zecken mitbringst, achte auf diese Punkte:

  1. Den Rasen kurz schneiden.
    Zecken lauern vor allem im hohen Gras, von dem sie abgestreift werden. Lass deinen Rasen also gar nicht erst so hoch wachsen. Bei regelmäßig gemähtem Rasen ist die Gefahr gering.

  2. Äste und Büsche zurück schneiden.
    Zecken mögen es feucht und schattig und meiden trockene, sonnige Flächen. Lichte Äste und Büsche aus und entferne Laubhaufen am Rasenrand.

  3. Regelmäßige Kontrolle ist wichtig.
    Zecken wandern oft noch eine Weile umher, bevor sie zustechen. Such deinen Körper nach der Gartenarbeit deshalb gründlich ab. Ganz ausschließen kannst du Zecken im Rasen leider nicht.

Häufige Fragen zu Zecken im Rasen

Wie kann ich meinen Rasen zeckenfrei halten?

Ganz zeckenfrei wird kein Garten, aber mit regelmäßigem Mähen, dem Entfernen von Laub und dem Auslichten von Sträuchern verringerst du die Versteckmöglichkeiten deutlich. Ein Kies- oder Häckselstreifen zu Wildflächen hilft zusätzlich.

Helfen Pflanzen und ätherische Öle gegen Zecken?

Lavendel, Rosmarin und ätherische Öle gelten als natürliche Zeckenabwehr, ihre Wirkung ist aber schwach und wissenschaftlich kaum belegt. Zuverlässiger sind Rasenpflege und Zeckenschutzmittel für die Haut.

Kann ich Zecken im Rasen mit Chemie bekämpfen?

Für den Hausgarten gibt es praktisch keine zugelassenen Mittel dafür. Insektizide schaden vor allem Nützlingen, deshalb raten wir davon ab.

Wie entferne ich eine Zecke richtig?

Mit einer Zeckenzange, Zeckenkarte oder spitzen Pinzette. Setz sie nah an der Haut an, greif die Zecke am Kopf und zieh sie langsam und gerade heraus. Danach die Stelle desinfizieren und beobachten.

Wann lohnt sich professionelle Hilfe?

Wenn der Befall trotz Rasenpflege nicht nachlässt oder bestimmte Bereiche deines Gartens zu Zeckenhotspots werden. Ein Fachbetrieb findet die Ursachen und entwickelt eine Strategie für deinen Garten.

Bastian

Geschrieben von Bastian

Ich pflege meinen eigenen Rasen mit Leidenschaft und zeige hier seit 2013, wie er dicht, grün und unkrautfrei wird. Mehr als eine Million Menschen haben meine Ratschläge schon gelesen, mein Buch zu Unkraut im Rasen wurde über 2.000-mal verkauft. Mehr über mich