Klee im Rasen entfernen - Was tun?

Die meisten denken bei Klee eher an schöne 4 blättrige Pflanzen, die Glück bringen sollen und besonders gern zum Jahreswechsel verschenkt werden - gepaart mit Schornsteinfegern und Tischfeuerwerk.
Den Klee im Rasen entfernen zu müssen, daran denken vermutlich nur passionierte Hobbygärtner, die ihren Traum vom Wembleyrasen oder Golfrasen verwirklichen möchten.
Zwischen den schönen, grünen Rasenpflanzen nisten sich die Kleeblätter gern ein. Das Gesamtbild wird dabei für die meisten Hobby-Gärtner entschieden gestört. Schließlich ist es doch unser Ziel, einen saftig grünen Teppich zu züchten, der frei von Unkraut und anderen störenden Pflanzen ist.
Natürlich ist es keinesfalls verwerflich, wenn du deinen Rasen lieber natürlich wachsen lässt. Dann gefällt dir der Klee vielleicht sogar, weil er für Vielfalt sorgt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ursache: Klee zeigt meist einen Stickstoffmangel an, weil er Stickstoff selbst binden kann und die Gräser dann verdrängt.
- Richtig düngen: stickstoffbetonter Rasendünger ja, Phosphat nein, denn das stärkt den Klee.
- Mechanisch: einzelne Pflanzen mit dem Unkrautstecher samt Wurzel ausstechen, größere Flächen vertikutieren und nachsäen.
- Nicht zu tief mähen: 4 bis 5 cm halten den Rasen dicht, zur Blütezeit (Mai bis September) regelmäßig mähen wegen der Bienen.
- Hausmittel mit Vorsicht: Kochendes Wasser nur punktgenau, Essig und Salz schaden dem Boden und sind auf versiegelten Flächen verboten.
Ursachen für Klee im Rasen
Das Wachstum von Klee im Rasen hat verschiedene Ursachen. Die wichtigste ist ein Mangel: Genau wie Moos zeigt auch Klee, dass deinem Rasen etwas fehlt.
Meistens hilft deshalb Düngen. Nimm am besten einen stickstoffhaltigen Rasendünger. Er macht die Rasenpflanzen stärker, sodass sie den Klee verdrängen.
Wichtig: Gib dem Rasen mit Klee kein Phosphat, das stärkt den Klee zusätzlich.
Um das Problem effektiv anzugehen, ist es wichtig, die Ursachen zu verstehen, die das Klee-Wachstum begünstigen.
Bodenbeschaffenheit und pH-Wert
Auch der Boden spielt mit. Ein pH-Wert-Test zeigt, ob der Boden für Rasengräser passt. Ist der Wert zu niedrig, kann Kalk die Bedingungen für den Rasen verbessern, aber nur, wenn der Test das wirklich zeigt.
Feuchtigkeit und Bewässerung
Übermäßige Feuchtigkeit im Rasen begünstigt ebenfalls das Wachstum von Klee. Bereiche mit schlechter Entwässerung oder übermäßiger Bewässerung können das Wachstum von Klee fördern. Eine angemessene Bewässerung und möglicherweise eine Verbesserung der Entwässerungssysteme können dazu beitragen, die Feuchtigkeit im Rasen zu regulieren und somit das Klee-Wachstum zu reduzieren.
Wenn dein Rasen zu feucht ist, hilft das Rasen sanden für eine bessere Drainage.
Sonneneinstrahlung und Schatten
Im Schatten wächst Rasen schwächer und lückiger, und in die Lücken breitet sich Klee aus. Wenn du überhängende Äste zurückschneidest oder Gegenstände entfernst, die den Lichteinfall blockieren, bekommt der Rasen wieder mehr Kraft.
Nähe zu Klee-fördernden Umgebungen
Die Nähe zu Klee-verseuchten Flächen, wie beispielsweise angrenzenden Wiesen oder Gärten, kann die Verbreitung von Klee begünstigen. Hier kann eine physische Barriere wie eine Kante aus Rasenkantensteinen oder regelmäßige Inspektionen und Maßnahmen zur Klee-Entfernung an den Randbereichen des Rasens helfen, die Ausbreitung einzudämmen.
Identifikation von Klee im Rasen
Die Identifikation von Klee im Rasen ist der erste Schritt, um gezielt gegen dieses unerwünschte Unkraut vorzugehen. Dabei ist es wichtig, zwischen verschiedenen Kleearten zu unterscheiden, da nicht alle gleich behandelt werden sollten.
Verschiedene Kleearten im Rasen
Weißklee (Trifolium repens)
Weißklee ist eine häufige Kleeart im Rasen, erkennbar an seinen dreiblättrigen Blättern und den weißen Blüten. Er breitet sich oft durch Ausläufer aus und bildet flache Bestände im Rasen.
Rotklee (Trifolium pratense)
Rotklee unterscheidet sich durch seine rötlichen Blütenköpfe und den dreiblättrigen Blättern. Im Gegensatz zum Weißklee wächst er eher aufrechter und bildet kompaktere Büschel.
Erkennungsmerkmale von Klee im Rasen
- Blätter: Die charakteristischen dreiblättrigen Blätter sind ein Haupterkennungsmerkmal.
- Blüten: Die Blüten können je nach Kleeart unterschiedliche Farben und Formen aufweisen.
- Wuchsform: Einige Kleearten wachsen kriechend, andere eher aufrecht, was ihre Identifizierung erleichtert.
Um die richtige Vorgehensweise für die Entfernung von Klee zu bestimmen, ist es wichtig, die Kleearten genau zu identifizieren. Einige Methoden wirken besser gegen bestimmte Kleearten als gegen andere.
Tabelle: Unterscheidungsmerkmale von Weißklee und Rotklee im Rasen
| Merkmal | Weißklee | Rotklee |
|---|---|---|
| Blütenfarbe | Weiß | Rot |
| Blätter | Dreiblättrig, oval | Dreiblättrig, länglich |
| Wuchsform | Ausläuferbildend, flach | Aufrecht, kompaktere Büschel |
Am “besten” ist der Weiß-Klee, der im Sommer den Rasen schön verzieren kann und sogar als Haarschmuck für eine Sommerfrisur taugt. Am besten deshalb, weil du diese Kleeart am einfachsten besiegen kannst.
Im Sommer birgt dieser Klee jedoch auch Gefahren für den Menschen. Dadurch, dass der blühende Weiß-Klee im Rasen die Bienen und andere Insekten anlockt, sind Bienenstiche oder Wespenstiche meist vorprogrammiert, wenn man Barfuß über den Rasen läuft.
Von Mai bis September blüht der Weiß-Klee. In dieser Zeit hilft es schon, wenn du regelmäßig mähst. Damit schneidest du die Blüten ab und beseitigst die Gefahrenquelle. Gegen den Klee selbst hilft das natürlich nicht.
Während dieser Blütezeit verwurzeln sich die Kleepflanzen nach und nach so stark, dass sie die Rasenpflanzen und -wurzeln verdrängen. Je schwächer die Wurzeln des Rasens werden, desto leichter haben es Unkraut & Co, deinen Garten zu erobern.
Tipp: Durch speziellen Dünger mit Unkrautvernichter kann man den weißen Klee im Rasen entfernen. Vorheriges vertikutieren führt zu einem noch besseren Ergebnis.
10 Tipps gegen Klee im Rasen
1. Klee ausstechen
Bei leichtem Befall stichst du einzelne Kleepflanzen mit einem Unkrautstecher samt Wurzel aus. Weißklee bildet Ausläufer, die an jedem Knoten neu wurzeln. Zieh diese Ausläufer deshalb vollständig mit heraus, sonst treibt der Klee an derselben Stelle wieder aus.
2. Selektiven Unkrautvernichter gezielt einsetzen
Gegen großflächigen Klee helfen selektive Rasen-Unkrautvernichter, die zweikeimblättrige Pflanzen treffen und die Gräser schonen. Nimm nur Mittel, die für Haus- und Kleingarten zugelassen sind und Klee ausdrücklich nennen. Halte dich genau an die Gebrauchsanweisung und behandle nur die befallenen Stellen, am besten im Frühjahr oder Frühsommer, wenn der Klee kräftig wächst.
3. Den Boden prüfen
Ein Bodentest zeigt, ob pH-Wert und Nährstoffe zum Rasen passen. Kalk bringst du nur aus, wenn der Test einen zu niedrigen pH-Wert ergibt. Kompost als dünne Schicht verbessert die Bodenstruktur und das Bodenleben.
4. Belüften und richtig gießen
Auf verdichtetem Boden wurzeln die Gräser flach und werden schwach. Aerifizieren bringt wieder Luft an die Wurzeln. Gieß selten, dafür durchdringend, damit die Wurzeln in die Tiefe wachsen und keine Staunässe entsteht.
5. Nicht zu tief mähen
Klee verträgt einen tiefen Schnitt besser als die Gräser. Mäh deshalb auf 4 bis 5 cm, dann bleibt die Grasnarbe dicht und der Klee bekommt weniger Licht. Wie oft du mähst, richtet sich nach dem Wachstum, im Frühsommer meist einmal pro Woche oder öfter.
6. Stickstoffbetont düngen
Klee bindet Stickstoff selbst und ist deshalb im Vorteil, wenn dem Rasen genau dieser Nährstoff fehlt. Ein stickstoffbetonter Rasendünger stärkt die Gräser, sodass sie den Klee verdrängen. Verzichte auf phosphatreiche Dünger, sie fördern den Klee.
7. Für mehr Licht sorgen
Im Schatten wächst Rasen lückig, und in die Lücken wandert der Klee. Schneide überhängende Äste zurück und räum Gegenstände weg, die dauerhaft Schatten werfen. Bleibt eine Fläche schattig, hilft eine Schattenrasen-Mischung.
8. Lücken sofort nachsäen
Jede kahle Stelle ist ein Einfallstor für Klee. Säe Lücken nach dem Ausstechen oder Vertikutieren direkt mit einer Rasenmischung nach, die zu deinem Standort passt, und halte die Saat feucht, bis sie aufgelaufen ist.
9. Rasen erneuern, wenn nichts mehr hilft
Besteht die Fläche mehr aus Klee als aus Gras, lohnt sich eine Rasenrenovierung: alte Narbe abtragen oder fräsen, den Boden lockern, neu einsäen und den jungen Rasen in den ersten Wochen sorgfältig pflegen.
10. Dranbleiben
Klee verschwindet selten nach einer einzigen Maßnahme. Kombinier Düngung, richtigen Schnitt und das Ausstechen einzelner Pflanzen, und kontrolliere den Rasen über die ganze Saison. Ein dichter, gut versorgter Rasen lässt dem Klee auf Dauer keinen Platz.
Klee im Rasen entfernen mit Hausmittel
Ohne Chemie den Klee im Rasen entfernen? Das ist durchaus ein interessanter Weg. Nicht immer sind Unkrautvernichter aus Chemie das beste bzw. das einzig funktionierende Mittel.
Ein simples Hausmittel gegen Klee ist kochendes Wasser.
Gieß das kochende Wasser direkt auf die betroffene Stelle und lass es trocknen. Entferne danach (etwa am folgenden Tag) die abgestorbenen Kleepflanzen. Da das kochende Wasser auch die Rasenpflanzen schädigt, solltest du es nur sehr zielgenau einsetzen.
Hinweis: Einige Hobbygärtner schwören auf Essig und Salz als Hausmittel zum Entfernen von Klee im Rasen. Der Einsatz von Essig und Salz zum Klee im Rasen entfernen sollte mit Bedacht gewählt werden, da - neben dem Klee - auch alle weiteren Pflanzen und Tiere im Erdreich Schaden nehmen können.
Wichtig: Auf gepflasterten bzw. versiegelten Flächen ist der Einsatz dieses Hausmittels sogar verboten, da ein biologischer Abbau dort nicht möglich ist und das Oberflächenwasser nicht versickern kann. Setz es deshalb nur sehr sparsam ein, oder gar nicht.
Klee im Rasen durch Vertikutieren entfernen
Weißklee kann man darüber hinaus auch mit ein wenig mechanischem Aufwand entfernen.
Hier verwendet man die sehr verbreitete Methode des Vertikutierens. Ein Vertikutierer schneidet quasi die Oberfläche des Rasens auf und verschafft diesem so die Möglichkeit besser zu atmen.
Gleichzeitig wird der Klee durch Beschädigungen der Pflanzen und Wurzeln geschwächt. Anschließend ein wenig Dünger auf die Rasenfläche geben und regelmäßig (1-2 Mal pro Woche) mähen.
Damit sollte der Weißklee in kurzer Zeit besiegt sein.
Kleinere Stellen können prima mit einem Handvertikutierer bearbeitet werden. Einfach im Schachbrettmuster mehrfach über die betroffene Stelle gehen und den Klee ausharken.
Eventuell übrig bleibende Wurzeln werden beim Harken nach oben gezogen und können anschließend händisch entfernt werden. Auch hier die klare Empfehlung, die Behandlung mehrfach durchzuführen und die kahlen Stellen anschließen direkt mit neuen Rasensamen nachzusäen.
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Häufige Fragen zu Klee im Rasen
Ist Klee im Rasen schädlich für Haustiere?
Klee an sich ist für Haustiere nicht unbedingt schädlich. Allerdings können einige Kleearten wie Weißklee und Rotklee Blausäure enthalten, insbesondere wenn sie frisch gefressen werden. In großen Mengen kann dies für Haustiere, insbesondere für Wiederkäuer wie Kühe, bedenklich sein. Bei Haustieren wie Hunden oder Katzen ist das Risiko geringer, da sie in der Regel nicht ausreichend große Mengen fressen. Es ist dennoch ratsam, den Kontakt zwischen Haustieren und stark mit Klee bewachsenen Rasenflächen zu begrenzen.
Welche Kleearten sind besonders hartnäckig und wie kann man sie effektiv bekämpfen?
Weißklee und Wiesenklee gehören zu den besonders hartnäckigen Kleearten im Rasen. Diese Arten breiten sich schnell aus und können tief im Boden verwurzelt sein. Um sie zu bekämpfen, sind regelmäßige Belüftung, angemessene Bewässerung, ein höherer Schnitt des Rasens und gezielte Unkrautbekämpfungsmittel für Klee effektive Methoden.
Gibt es natürliche Methoden, um Klee im Rasen zu entfernen, ohne Chemikalien einzusetzen?
Ja, es gibt verschiedene natürliche Methoden, um Klee im Rasen zu bekämpfen. Mechanische Entfernung mittels Unkrautstecher, regelmäßiges Mähen auf höherer Schnitthöhe und die Förderung des Rasenwachstums durch richtige Bewässerung und Belüftung sind natürliche Ansätze. Außerdem können Mulchen mit organischen Materialien und die Verwendung von klee-resistenten Grassamen helfen, ohne auf chemische Mittel zurückzugreifen.
Wie lange dauert es, bis der Rasen nach der Klee-Entfernung wieder vollständig regeneriert ist?
Die Regenerationsdauer des Rasens nach der Klee-Entfernung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Rasenart, dem Grad des Klee-Befalls und den angewandten Pflegemaßnahmen. In der Regel kann es mehrere Wochen bis Monate dauern, bis der Rasen sich vollständig erholt hat. Eine gute Pflege, regelmäßiges Bewässern und Düngen sowie das Entfernen von Unkraut unterstützen eine schnellere Regeneration.
Welche Jahreszeit ist am besten für die Entfernung von Klee im Rasen geeignet?
Die beste Zeit für die Entfernung von Klee im Rasen ist oft der Frühling oder Herbst. Dann wächst der Rasen aktiv und kann sich schnell erholen. Im Sommer lieber nicht, denn Hitze und Trockenheit setzen dem Rasen zusätzlich zu.


