Totalherbizid - Unkraut mit Chemie entfernen

Wenn Hausmittel gegen hartnäckiges Unkraut nicht mehr helfen, greifen viele schnell zu chemischen Totalherbiziden, die jeden Pflanzenwuchs abtöten. Auf Flächen, die komplett frei von Bewuchs bleiben sollen, wirken diese starken Unkrautvernichter sehr zuverlässig.
Der Einsatz von Total- oder Breitbandherbiziden ist aber nicht überall erlaubt. Informier dich deshalb vor dem Kauf, wo du sie verwenden darfst und wie sie wirken.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Totalherbizide töten jede Pflanze, selektive Herbizide nur bestimmte Unkräuter. Für den Rasen brauchst du immer ein selektives Rasenherbizid.
- Glyphosat ist in Deutschland seit 2021 in Haus- und Kleingärten verboten.
- Für Privatgärten gibt es glyphosatfreie Mittel, die aber nur oberirdisch wirken, tiefe Wurzeln treiben oft wieder aus.
- Tabu: Pflaster, Einfahrten, Wege und Straßenränder. Dort sind auch Essig und Salz verboten, es drohen Bußgelder bis 50.000 €.
- Die Alternative für Fugen: Fugenkratzer oder Abflammgerät.
Was sind Totalherbizide?
Breitband- oder Totalherbizide sind Mittel, die nicht zwischen Unkraut und Nutzpflanze unterscheiden. Wer mit schonenderen Mitteln gearbeitet hat und das Unkraut trotzdem immer wiederkommt, greift oft zu dieser Art der Unkrautvernichtung.
Das bekannteste Totalherbizid ist Glyphosat. Es wird vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt und stoppt zuverlässig das Wachstum aller einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Pflanzen.
Glyphosat ist umstritten: Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der WHO hat es 2015 als “wahrscheinlich krebserregend” eingestuft, andere Behörden wie die EFSA sehen das anders. Unstrittig ist, dass es durch die Vernichtung von Wildkräutern zum Rückgang der Artenvielfalt beiträgt. Die EU hat die Zulassung Ende 2023 trotzdem bis 2033 verlängert.
Aber nicht nur Glyphosat steht in der Kritik: Alle Breitbandherbizide töten jede Pflanze, die nicht gentechnisch dagegen resistent gemacht wurde. Das sorgt auf und neben behandelten Flächen für weniger Wildblumen und damit weniger Nahrung für Bienen und andere Insekten.
Unterschied zwischen selektiven Herbiziden und Totalherbiziden
Die Unterscheidung von Herbiziden unterteilt sich in 4 Kriterien, welche nach Aufnahmeort, Anwendungszeitpunkt, Wirkungsweise und Wirkungsbereich unterschieden werden. Selektive Herbizide und Totalherbizide unterscheiden sich im Wirkungsbereich, da sie bekämpfend auf unterschiedliche Pflanzen wirken.
Total- oder Breitbandherbizide töten dabei jegliche Arten von Unkraut und wirken sich nebenbei auch erheblich auf das generelle Pflanzenwachstum im Anwendungsbereich aus. Anders ist das bei selektiven Herbiziden, wie dem Rasenunkrautvernichter Terra Domi Dicotex.
Selektive Herbizide sind so zusammengesetzt, dass sie nur gegen bestimmte Unkräuter oder Unkrautgruppen wirken. Andere Pflanzen, zum Beispiel Kulturpflanzen oder Gräser, verschonen sie weitgehend.
Der Vorteil liegt auf der Hand: In der Landwirtschaft lassen sich selektive Herbizide während des Wachstums der Kulturpflanzen einsetzen. Totalherbizide werden dagegen nur vor der Aussaat oder nach der Ernte genutzt.
Willst du gezielt Unkraut im Rasen entfernen, ist ein selektives Rasenherbizid die richtige Wahl. Es bekämpft nur die zweikeimblättrigen Unkräuter und schont die Gräser.
Einsatzbereiche von Breitbandherbiziden im privaten Bereich
Der Einsatz von Totalherbiziden und anderen Unkrautvernichtern ist selbst auf privatem Grund nicht überall erlaubt, und für Glyphosat gelten in Deutschland besonders strenge Regeln.
Glyphosat im Hausgarten: in Deutschland verboten
Seit September 2021 darfst du glyphosathaltige Mittel in Deutschland nicht mehr in Haus- und Kleingärten verwenden, ebenso wenig auf öffentlichen Flächen wie Parks und Spielplätzen. Für Hobbygärtner ist Glyphosat damit keine Option mehr. Auch in Österreich ist der private Einsatz verboten.
Die Mittel für den Hausgarten setzen deshalb auf andere Wirkstoffe. Der Hersteller Roundup bietet für Privatanwender Unkrautvernichter ohne Glyphosat an.
Das Roundup AC Unkrautfrei ist ebenfalls ein Totalherbizid. Du sprühst es direkt auf das Unkraut, das dann innerhalb weniger Stunden welkt. Da es nur die oberirdischen Pflanzenteile angreift, treiben Unkräuter mit tiefen Wurzeln oft wieder aus. Ein Beispiel ist Giersch im Rasen, bei dem Mähen und Ausstechen meist mehr bringen als Chemie.
Als Roundup AC Unkrautvernichter Konzentrat mischst du dir die Spritzbrühe selbst an, das lohnt sich bei größeren Flächen.
Hier ist der Einsatz von Unkrautvernichtern verboten
Auch wenn zugelassene Unkrautvernichter im Garten erlaubt sind, gelten für das Ausbringen klare Regeln. Einige Orte sind für Unkrautvernichter aller Art tabu.
Dazu gehören vor allem versiegelte Flächen, also gepflasterte Wege, Einfahrten, Terrassen mit Fugen oder Straßenränder. Wer hier sprüht, muss damit rechnen, dass der Wirkstoff auf den Steinen zurückbleibt und mit dem nächsten Regen in Abflüsse, Kanalisation und Gewässer gespült wird.
Auch an Straßen- und Wegrändern, Böschungen und Ackerrändern (sogenannte Nichtkulturland-Flächen) ist das Ausbringen jeglicher Unkrautvernichter verboten. Das gilt auch für Hausmittel wie Essig oder Salz.
Wer das Unkraut an diesen Stellen trotzdem mit Chemie bekämpft, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die der Pflanzenschutzdienst ahnden kann. Die Bußgelder können nach dem Pflanzenschutzgesetz bis zu 50.000 € betragen. Für Fugen greifst du besser zu einem Fugenkratzer oder einem Abflammgerät.
Foto: JohnAlexandr /iStockfoto.com
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