Rasen aerifizieren - So verhilfst du deinem Rasen zu mehr Luft

Aerifizieren heißt, den Rasen zu belüften: Man sticht kleine Löcher in den Boden, damit Luft und Wasser wieder an die Wurzeln kommen. Oft folgt darauf das Sanden, man kann den Rasen aber auch belüften, ohne anschließend Sand aufzubringen.
Es lohnt sich vor allem dann, wenn der Boden verdichtet ist und Regenwasser nicht mehr richtig versickert.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Wozu: Aerifizieren belüftet verdichteten Boden, damit Wasser versickert und die Wurzeln wieder Luft bekommen. Das beugt Staunässe, Moos und Unkraut vor.
- Das richtige Werkzeug: Hohlspoons, die Erdkerne herausholen. Nägel, Heringe und Grabegabeln verdichten die Lochwände zusätzlich.
- Zeitpunkt: März/April oder September/Oktober, wie beim Vertikutieren.
- Abstand: alle 10 bis 15 cm ein Loch.
- Danach: sanden oder ein Topdressing aufbringen, damit die Löcher offen bleiben.
Hintergründe zum Rasen Aerifizieren
Gerade bei Gärten mit einer hohen Unkrautdichte, Moos im Rasen und beispielsweise Löwenzahn-Pflanzen, die sich auf dem schönen Rasen breit machen, steht so mancher Hobby-Gärtner ratlos auf seiner Grünfläche.
Die Ursache von Problemen mit dem eigenen Rasen liegt meistens in der Bodenbeschaffenheit. Mit Hilfe von Rasendünger kann bereits viel gelöst werden. Auch Rasenkalk ist ein wichtiges Instrument, das für eine ausgeglichene Flora & Fauna sorgen kann.
Doch es gibt einen Zeitpunkt, bei dem Chemie versagt. Wenn der Boden nämlich so stark verdichtet ist, dass das Wasser nicht mehr richtig ablaufen kann, dann helfen auch künstliche Zusätze nicht mehr wirklich. Die Folge ist Staunässe, die wiederum die Rasenpflanzen bzw. die Rasenwurzeln angreift. Diese Wurzeln sterben daraufhin ab und machen damit den Weg frei, für Moos und weiteres Unkraut.
Daher ist es wichtig, diese Ursache für schlechten Rasen direkt an der - im Wahrsten Sinne des Wortes - Wurzel zu packen.
So aerifizierst du deinen Rasen
Sorg also für eine gute Belüftung deines Rasens. Du kannst entweder mit Rasensand arbeiten oder kleine Löcher in den Rasen stechen, durch die Luft an die Wurzeln kommt.
Aber bitte nicht mit dem Hering vom letzten Campingurlaub! Mit Heringen oder Nägeln schiebst du die Erde nur zur Seite und drückst sie nach unten.
Das sorgt genau für das Gegenteil: Eine noch stärkere Verdichtung dieses Bereichs im Boden.
Besser geeignet sind sogenannte “Spoons”, die innen hohl sind und die Erde an dieser Stelle quasi herauslösen. Es entsteht ein Aushub, der dann quasi im Boden fehlt und somit für mehr Platz im Boden sorgt.
Danach kannst du noch ein Topdressing aufbringen, das verbessert den Boden zusätzlich.
Der beste Zeitpunkt, deinen Rasen zu belüften
Wie auch das Vertikutieren des Rasens, sind die besten Zeitpunkte die Monate März / April oder September / Oktober. Dann ist der Boden von der Temperatur so, dass ein Wachstum weiterhin möglich ist, die Pflanzen aber nicht sonderlich stark belastet sind.
Wie oft du aerifizieren musst, hängt vom Boden ab.
Schwere, lehmige oder stark bespielte Böden verdichten schneller und profitieren von einer jährlichen Belüftung. Bei lockerem Boden, in dem Regenwasser problemlos versickert, reicht es seltener.
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Massive Gegenstände (Hering vom Camping-Zelt oder großer Nagel…) sind eher schlecht geeignet, weil sie die Wände des Lochs nur noch stärker verdichten. Eine Grabegabel hat den gleichen Effekt, auch wenn man damit immerhin 4 Löcher auf einmal sticht.
An dieser Stelle sollte man erwähnen, dass das manuelle Lüften des Rasens mit jeder Menge Aufwand verbunden ist. Theoretisch sollten die Löcher in einem relativ kleinen Abstand platziert werden. Alle 10 - 15 cm kann bereits ein kleines Loch gemacht werden.
Ein tolles Gerät kommt dabei von der Firma Rasenspecht: Ein hochwertig verarbeiteter Aerifizierer mit wahlweise 2 oder 3 Spoons. Von Rasenspecht haben wir auch die Level-Rake vorgestellt.
Mit Hilfe des Rasenspechts, können zumindest zwei Löcher gleichzeitig gemacht werden. Eine Auffangschale sorgt dafür, dass der Aushub nicht permanent manuell aus dem “Spoon” gekratzt werden muss.
Weniger Arbeit macht ein Nagelschuh. Er arbeitet allerdings mit massiven Nägeln und verdichtet die Lochwände deshalb wie ein Hering, ist also eher eine Notlösung.
Einfach unter die normalen Schuhe schnallen und systematisch über den Rasen laufen, bis überall genügend Löcher sind.
Damit die Löcher nicht direkt wieder zufallen, ist jetzt das “Rasen sanden” angesagt. Verteil den Sand gleichmäßig und wässere ihn anschließend ordentlich ein (oder warte auf den nächsten kräftigen Regenschauer).
Fazit
Das Rasen aerifizieren ist ein aufwändiges Unterfangen, das zum Glück nicht ständig nötig ist. Wie oft, hängt davon ab, wie schwer und verdichtet dein Boden ist.
Pfützen sind ein Anzeichen für Staunässe. Geh nach einem kräftigen Regen einmal über deinen Rasen und schau, wo das Wasser schlecht versickert. Diese Stellen sind am anfälligsten für Moos und Unkraut und sollten zuerst belüftet werden.


