Ratgeber

Rasen nachsäen: Kahle Stellen im Rasen ausbessern

Bastian Aktualisiert am 21. Juni 2024 4 Min. Lesezeit
Rasen nachsäen leicht gemacht

Irgendwann ist es soweit, kahle Stellen im Rasen entstehen. Selbst in dem besten Rasen, kann das einfach passieren.

Einzelne Rasenpflanzen sterben aus unterschiedlichen Gründen ab: durch eine Rasenkrankheit, durch Engerlinge, die die Wurzeln angreifen, durch Staunässe und Wurzelfäule oder durch zu viel Konkurrenz, wenn zu dicht gesät wurde. Auch Nährstoffmangel und Trockenheit hinterlassen Lücken im Rasen.

Die gute Nachricht: Mit einer Nachsaat schließt du die Lücken in wenigen Wochen, und eine geschlossene Grasnarbe lässt Unkraut kaum eine Chance.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ursachen für Lücken: Frost, Krankheiten, Engerlinge, Staunässe, Trockenheit oder Nährstoffmangel.
  • Zeitpunkt: sobald es konstant über 10 °C hat, also im Frühjahr oder im Spätsommer und Herbst.
  • So geht’s: Moos, Laub und Filz entfernen, den Boden aufrauen, RSM-Saat verteilen und ganz dünn mit Rasenerde abdecken.
  • Feucht halten: bis zur Keimung 3- bis 4-mal täglich wenig gießen, danach einmal täglich.
  • Erster Schnitt: bei etwa 8 bis 10 cm Höhe, mit scharfem Messer.

Wann Rasen nachsäen?

Gerade im Winter kommt es häufig vor, dass schwächere Rasenpflanzen durch den Frost absterben. Genau das ist auch bei uns passiert. Sehnsüchtig warten wir auf den Zeitpunkt, an dem die Vegetation im Frühjahr wieder beginnt, die Pflanzen wachsen und man den Rasen düngen sowie an den kahlen Stellen Rasen nachsäen kann.

Der beste Zeitpunkt, den Rasendünger das erste Mal rauszuholen ist im März / April. Dann sind die Minusgrade weitestgehend vorbei und tagsüber sind einstellige Plusgrade die Regel.

Jetzt kannst du die Grundlage schaffen, um deinen Rasen aus dem Winterschlaf zu wecken, mit den Tipps zur Rasenpflege.

Wenn es draußen stabil über 10 Grad sind, werden die Bedingungen immer besser, und es ist der richtige Zeitpunkt zum Nachsäen. Wann sich das Säen generell lohnt, steht unter Rasen säen: der richtige Zeitpunkt.

Die ersten Erfolge beim Rasen nachsäen werden sichtbar

Die ersten Erfolge beim Rasen nachsäen werden sichtbar

Welche Schritte solltest du beachten?

Wenn die Temperaturen steigen, solltest du die Löcher in deinem Rasen möglichst schnell schließen. Gib dem Unkraut gar nicht erst die Chance, sich in den offenen Stellen auszusäen.

Meistens ist es beim Nachsäen so, dass nicht die gesamte Fläche betroffen ist, sondern nur einzelne Spots.

So gehst du beim Nachsäen vor

  1. Betroffene Stellen von Moos / Laub etc. befreien
  2. Boden mit einer Harke / Mini-Spiker etwas aufrauen
  3. Rasensaat gleichmäßig verteilen
  4. Ganz leicht mit Rasenerde bedecken
  5. Regelmäßig feucht halten für die nächsten 2-3 Wochen

Die betroffenen Stellen müssen zunächst vollständig von Laub, Moos oder Rasenfilz befreit werden (Hinweis: Bitte dabei keine gesunden Rasenpflanzen beschädigen).

Anschließend wird die gewünschte Stelle mit einer Harke oder einem Mini-Spiker (bspw. von Rasendoktor) etwas aufgeraut, sodass die Rasensamen gut an Ort und Stelle verbleiben werden und auch in den Boden eindringen können.

Jetzt kann es losgehen. Verwende für die Nachsaat wie für die Neuanlage ausschließlich hochwertige Rasensamen (RSM-Mischung), damit sie zuverlässig keimen.

Verteil die Rasensaat gleichmäßig auf den vorbereiteten Flecken, auf kleinen Stellen per Hand, auf größeren mit einem Streuwagen oder Schleuderstreuer.

Wenn du von Hand säst, verteil die Saat am besten in zwei Richtungen (einmal längs und einmal quer), damit der Rasen dicht und ohne Lücken wächst.

Im Sommer trocknen frisch gesäte Stellen schnell aus. Dann hilft es, die Saat vorher im Eimer mit Rasensubstrat vorzukeimen, wie ich es beim Nachsäen mit Juliwa Hesa Rasensamen gemacht habe.

Die Pflege nach der Nachsaat

Bis die neuen Rasenpflanzen gekeimt sind, musst du die Stellen regelmäßig feucht halten. Nur wenn die Samen nahezu ununterbrochen feucht sind, keimen sie auch. Bewässere die Nachsaat deshalb nach Möglichkeit 3-4x pro Tag.

Dabei brauchst du nur wenig Wasser, gerade so viel, dass die Rasenerde dunkel gefärbt ist. Nur die Oberfläche braucht die Feuchtigkeit, weil noch keine Wurzeln da sind.

Lass den neuen Rasen etwa 8-10 cm lang werden, bevor du das erste Mal mähst. Scharfe Messer sind wichtig, damit der Schnitt sauber ist und die jungen Pflanzen nicht ausfransen.

Ein Spindelmäher kann hier eine gute Alternative sein, da die Messer optimaler rotieren als die eines normalen Rasenmähers.

Auch nach dem ersten Mähen solltest du weiter bewässern. Jetzt reicht einmal am Tag, aber um kräftige Wurzeln zu bilden, brauchen die Pflanzen weiterhin ordentlich Wasser.

Bastian

Geschrieben von Bastian

Ich pflege meinen eigenen Rasen mit Leidenschaft und zeige hier seit 2013, wie er dicht, grün und unkrautfrei wird. Mehr als eine Million Menschen haben meine Ratschläge schon gelesen, mein Buch zu Unkraut im Rasen wurde über 2.000-mal verkauft. Mehr über mich