Nachsäen mit Juliwa Hesa Rasensamen: Trockenstellen mit vorgekeimter Saat reparieren
Anzeige — dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Animatio.

Mitten im Sommer hatte mein Rasen plötzlich mehrere strohgelbe Flecken. Gegossen hatte ich wie immer, der Rest der Fläche stand sattgrün da, nur diese Stellen trockneten einfach aus. Repariert habe ich sie mit der Mährobotermischung von Juliwa Hesa, und zwar mit Saat, die schon im Eimer zu keimen angefangen hatte, bevor sie auf den Rasen kam.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ursache bei mir: Unter den Trockenstellen saß ein Nest roter Ameisen samt Eiern. Ihre Gänge machen den Boden hohl, die Wurzeln vertrocknen.
- Saat: Juliwa Hesa 2304 Mährobotermischung mit 7,5 % Poa supina, dazu Deutsches Weidelgras, Wiesenrispe und Rotschwingel.
- Vorkeimen: Die Saat 3 Tage vorher im Eimer mit Rasensubstrat mischen, mehrmals täglich befeuchten und bei gleichmäßiger Temperatur stehen lassen.
- Vorteil: Im Eimer bleibt die Saat viel leichter feucht als auf der Fläche, draußen musst du die Stellen weniger Tage dauerfeucht halten.
- Danach: Angekeimte Saat darf nicht mehr austrocknen, bis sie angewachsen ist.
- Ergebnis: Trotz Augusthitze waren die Trockenstellen nach knapp drei Wochen geschlossen.
Trockenstellen im Sommer: was bei mir dahintersteckte
Die Flecken waren nicht groß, aber sie fielen in einem sonst dichten Rasen sofort auf. Einen erkennbaren Grund gab es zunächst nicht: Die Stellen bekamen dasselbe Wasser wie der Rest, lagen nicht unter einem Baum und nicht an einer Kante, die schneller austrocknet.

Rund um den Eimer sind die vertrockneten Stellen gut zu sehen.
Zuerst habe ich das abgestorbene Gras mit meinem Handvertikutierer ausgeharkt. Dabei kam die Ursache zum Vorschein: Im Boden saßen rote Ameisen, die dort auch ihre Eier abgelegt hatten. Mein erster Gedanke war, dass sie die Wurzeln angefressen haben. Graswurzeln fressen Ameisen aber nicht. Der Schaden entsteht durch ihre Gänge: Sie lockern den Boden so stark, dass er hohl wird, die Wurzeln den Kontakt zur Erde verlieren und bei Hitze vertrocknen. Manche Arten halten außerdem Wurzelläuse, die an den Graswurzeln saugen.
Ist ein Nest noch bewohnt, wenn du nachsäst, graben die Ameisen die neue Erde schnell wieder um. Wie du sie umsiedelst oder vertreibst, steht im Artikel Ameisen im Rasen bekämpfen. Bei anderen Trockenstellen lohnt sich ein Blick auf Engerlinge, Pilze und Wassermangel als Ursache.
Die Saat: Juliwa Hesa 2304 Mährobotermischung mit Poa supina
Für die Nachsaat habe ich die Mischung 2304 von Juliwa Hesa genommen, im 5-kg-Sack. Die Saat hat mir Animatio zur Verfügung gestellt. Der Name klingt nach einer Spezialsaat für Mähroboter, für mich war aber etwas anderes ausschlaggebend: der Anteil Poa supina.

Das Saatgutetikett nennt Grasarten, Sorten und Anteile.
| Grasart | Sorte | Anteil |
|---|---|---|
| Deutsches Weidelgras (Lolium perenne) | Greenway | 30 % |
| Deutsches Weidelgras (Lolium perenne) | Dickens 1 | 25 % |
| Wiesenrispe (Poa pratensis) | Conni | 20 % |
| Ausläuferrotschwingel (Festuca rubra rubra) | Rossinante | 10 % |
| Kurzausläuferrotschwingel (Festuca rubra trichophylla) | Pinafore | 7,5 % |
| Lägerrispe (Poa supina) | Supreme | 7,5 % |
Mehr als die Hälfte ist Deutsches Weidelgras. Es keimt am schnellsten und sorgt dafür, dass eine Lücke bald wieder grün ist. Wiesenrispe und Rotschwingel brauchen länger, bilden aber Ausläufer und machen die Narbe dicht. Für die Poa supina weist das Etikett eine Keimfähigkeit von 93 % aus.
Die Poa supina (Lägerrispe) mag ich sehr gerne. Sie verträgt einen tiefen Schnitt und sieht schön saftig grün aus. Mit ihren oberirdischen Ausläufern schließt sie kleine Lücken von selbst, und im Schatten kommt sie besser zurecht als die meisten Rasengräser. Dafür will sie gleichmäßig Wasser. In meinem Garten wächst sie schon in einem Bereich, den ich mit dem Roborasen von Rasendoktor gesät habe, und genau diese Fläche gefällt mir am besten.
Juliwa Hesa 2304 Mährobotermischung mit Poa supina
Für die Nachsaat meiner Trockenstellen genommen: viel schnell keimendes Weidelgras plus 7,5 % Poa supina, die tiefen Schnitt verträgt und Lücken mit Ausläufern schließt.
- Füllmenge
- 5 kg
- Deutsches Weidelgras
- 55 %
- Wiesenrispe
- 20 %
- Rotschwingel
- 17,5 %
- Poa supina
- 7,5 %
* Werbelink. Preis kann sich ändern. Stand: 04.10.2026
Warum ich die Saat vorkeime
Im Sommer ist nicht das Säen schwierig, sondern das Feuchthalten. Rasensamen müssen von dem Moment an, in dem sie Wasser aufgenommen haben, durchgehend feucht bleiben. Trocknet die obere Bodenschicht an einem heißen Nachmittag aus, kann es passieren, dass ein Teil der Samen gar nicht keimt oder der Keimling eingeht. Bis eine Mischung mit Wiesenrispe vollständig gekeimt ist, vergehen schnell drei Wochen, mehr dazu unter Rasen Keimzeit.
Durch das Vorkeimen bekomme ich einen Vorsprung. Die ersten Tage, in denen die Samen quellen und zu keimen beginnen, verbringen sie in einem Eimer. Dort bekomme ich sie deutlich einfacher feucht gehalten als auf der Fläche, wo Sonne und Wind die oberste Schicht in wenigen Stunden austrocknen. Draußen muss ich die Stellen danach weniger Tage dauerfeucht halten.
Vorteile
- Im Eimer bleibt die Saat viel leichter gleichmäßig feucht als auf der Fläche.
- Die ersten Keimtage laufen unter gleichmäßigen Bedingungen ab, unabhängig von Sonne und Wind.
- Die Stellen sind draußen schneller grün und müssen kürzer dauerfeucht gehalten werden.
- Saat und Auffüllerde kommen in einem Arbeitsgang in die Lücke.
Nachteile
- Die Mischung im Eimer muss mehrmals am Tag befeuchtet werden.
- Langsame Gräser wie die Wiesenrispe keimen in 3 Tagen noch nicht und brauchen draußen weiter Zeit.
So keimst du Rasensamen im Eimer vor
Ich mische die Saat direkt mit dem Material, mit dem ich die Lücken später auffülle. Bei uns gibt es beim lokalen Anbieter ein Erde-Sand-Gemisch als Rasensubstrat. Wie sich so ein Substrat von normaler Gartenerde unterscheidet, steht im Artikel Rasenerde.

Saat und Rasensubstrat kommen in einen großen Eimer und werden dort gemischt.
So gehst du beim Vorkeimen vor
- Rasensubstrat in einen großen Eimer füllen und die Rasensamen dazugeben.
- Beides gründlich durchmischen, damit die Samen gleichmäßig in der Erde verteilt sind.
- Die Mischung befeuchten, bis sie sich feucht anfühlt, aber kein Wasser im Eimer steht.
- Den Eimer an einen Ort mit gleichmäßiger Temperatur stellen.
- Mehrmals am Tag nachfeuchten, damit die Mischung nie abtrocknet.
- Nach 3 Tagen, wenn die ersten Samen keimen, die Mischung auf die vorbereiteten Stellen bringen.
Mein Eimer steht im Heizungsraum. Dort ist die Temperatur Tag und Nacht gleich, und genau das mögen keimende Rasensamen: keine kalten Nächte, die den Start bremsen, und keine Mittagshitze, die die Mischung austrocknet. Nass halten heißt dabei feucht, nicht matschig. Steht Wasser im Eimer oder riecht die Mischung muffig, war es zu viel.
Statt im Eimer kannst du Rasensamen auch in Anzuchtboxen vorziehen. Ich habe mir dafür eigene Boxen gedruckt.
Trockenstellen ausharken und auffüllen
Die Vorbereitung der Fläche fängt an, wenn die Saat im Eimer schon läuft. Nach drei Tagen sollen die Löcher fertig sein, damit die angekeimte Mischung sofort hineinkommt.
So gehst du beim Nachsäen vor
- Abgestorbenes Gras und Rasenfilz mit einem Handvertikutierer oder einer Harke gründlich auskratzen.
- Den Boden darunter prüfen: Ameisen, Engerlinge, Steine oder verdichtete Erde zeigen, warum die Stelle vertrocknet ist.
- Die Mischung aus Rasensubstrat und angekeimter Saat in die Stellen füllen, bis sie auf Höhe des umliegenden Rasens ist.
- Leicht andrücken, damit die Samen Bodenkontakt haben und keine Hohlräume bleiben.
- Direkt danach mit feinem Strahl wässern.
Für kleine Stellen reicht ein Handvertikutierer völlig aus, ein Gerät mit Motor brauchst du dafür nicht. Welche Modelle es gibt, steht im Ratgeber zum Vertikutierer. Wie viel Saat du für deine Fläche brauchst, gibt Juliwa Hesa auf der Verpackung an.
Pflege nach der Nachsaat
Ab jetzt zählt nur eins: Die Stellen dürfen nicht abtrocknen. Bewässere sie mehrmals am Tag mit wenig Wasser, gerade so viel, dass die Oberfläche dunkel bleibt. Tiefe Wassergaben bringen noch nichts, die jungen Wurzeln reichen nur wenige Millimeter in den Boden. Sobald die Gräser grün stehen und sich verwurzelt haben, gießt du seltener und dafür durchdringender. Wie viel Wasser ein etablierter Rasen braucht, steht unter Rasen bewässern.
Mähroboter und Rasenmäher bleiben von den nachgesäten Stellen fern, bis die Halme etwa 8 bis 10 cm hoch sind. Beim ersten Schnitt nimmst du nur die Spitzen ab. Mehr zur Nachsaat zu anderen Jahreszeiten und ohne Vorkeimen steht unter Rasen nachsäen.
Das Ergebnis nach knapp drei Wochen
Angesetzt habe ich die Mischung Anfang August, also mitten in der Hitze. Ende August, knapp drei Wochen nach der Nachsaat, waren die Trockenstellen geschlossen, und der Rasen stand wieder als eine Fläche da.

Ende August: Die Trockenstellen sind zugewachsen.
Mein Fazit
Trockenstellen im Sommer zu reparieren, scheitert meistens an der Feuchtigkeit, nicht an der Saat. Mit dem Vorkeimen verlege ich die heikelste Phase in den Eimer im Heizungsraum, wo die Saat viel leichter feucht bleibt, und muss draußen weniger Tage gießen. Trotz Augusthitze waren die Stellen nach knapp drei Wochen zu. Wichtig ist, vorher nachzusehen, warum die Stellen überhaupt vertrocknet sind. Bei mir waren es die Ameisen, und ohne diesen Fund hätte ich nur die Symptome ausgebessert.
Die Juliwa Hesa 2304 passt für mich gut dazu: Das Weidelgras macht die Lücken schnell grün, die Poa supina sorgt auf Dauer für die dichte, saftige Narbe, die ich an meinem Rasen mag. Rasen ist eben kein Selbstläufer. Wer hartnäckig bleibt und die Ursache mit angeht, bekommt die Flecken aber wieder zu.
* Werbelink — ich erhalte ggf. eine Provision, wenn du darüber einkaufst. Für dich ändert sich am Preis nichts.
Häufige Fragen zum Nachsäen mit vorgekeimter Saat
Kann man Rasensamen vorkeimen?
Ja. Du mischst die Saat mit feuchtem Rasensubstrat oder legst sie in einem feinen Netz in Wasser und lässt sie ein paar Tage an einem gleichmäßig warmen Ort stehen. Sobald die ersten Samen keimen, kommt die Mischung auf die kahlen Stellen. Danach darf sie nicht mehr austrocknen.
Wie lange dauert das Vorkeimen von Rasensamen?
Ich lasse die Mischung aus Saat und Rasensubstrat 3 Tage im Eimer stehen. Dann hat das schnelle Weidelgras angefangen zu keimen. Langsamere Gräser wie die Wiesenrispe keimen erst draußen auf der Fläche weiter.
Kann ich im Sommer Rasen nachsäen?
Ja, wenn du die Stellen dauerhaft feucht hältst. Genau das ist bei Hitze das Problem, denn die obere Bodenschicht trocknet an einem heißen Tag schnell aus. Vorgekeimte Saat verkürzt die Zeit, in der du draußen mehrmals täglich gießen musst. Leichter gelingt die Nachsaat im Spätsommer und Herbst, mehr dazu unter Rasen säen: der richtige Zeitpunkt.
Was ist Poa supina?
Poa supina heißt auf Deutsch Lägerrispe. Sie bildet oberirdische Ausläufer, mit denen sie Lücken selbst schließt, und verträgt einen tiefen Schnitt. Auch mit Schatten kommt sie besser zurecht als die meisten Rasengräser. Dafür braucht sie eine gute Wasserversorgung.
Warum vertrocknen einzelne Stellen im Rasen, obwohl ich gieße?
Oft liegt die Ursache im Boden. Bei mir saß ein Nest roter Ameisen unter den Trockenstellen. Ihre Gänge machen den Boden hohl, die Wurzeln verlieren den Kontakt zur Erde und vertrocknen. Auch Engerlinge, verdichteter Boden oder ein Stein dicht unter der Grasnarbe lassen einzelne Stellen austrocknen.
Wann kann ich die Nachsaat zum ersten Mal mähen?
Wenn die neuen Halme etwa 8 bis 10 cm hoch sind. Mäh dann mit scharfem Messer und nimm nur die Spitzen ab, damit die jungen Gräser nicht ausreißen.


