Wühlmaus im Rasen: Unterschied zum Maulwurf, Fallen und was wirklich hilft

Ein Rasen, der an einzelnen Stellen welkt, obwohl du gießt, und flache Erdhaufen ohne erkennbares Loch: Das sieht nach einer Wühlmaus aus. Bevor du etwas unternimmst, klär aber eine Frage. Wühlmaus und Maulwurf graben beide im Rasen, nur den einen darfst du fangen. Wenn feststeht, wer es ist, sind Fallen das Mittel, das am verlässlichsten wirkt. Die Schäden an der Grasnarbe reparierst du danach mit Erde und Nachsaat.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Erst unterscheiden: Wühlmaushügel sind flach, unregelmäßig und mit Wurzelresten durchsetzt, der Gang liegt seitlich daneben. Der Maulwurf ist besonders geschützt und darf nicht gefangen werden.
- Verwühlprobe: Gang auf 20 bis 30 cm öffnen, Möhre hineinlegen. Ist die Öffnung zu und die Möhre angenagt, wohnt dort eine Wühlmaus.
- Fallen wirken am verlässlichsten, am besten im Spätherbst und zeitigen Frühjahr, wenn das Futter knapp ist.
- Hausmittel wie Knoblauch oder Fischlake halten Wühlmäuse höchstens kurz fern, für Buttermilch und Co. ist keine Wirkung belegt, Windräder und Flaschen wirken nicht.
- Rasen reparieren: Hügel verteilen, eingesackte Gänge auffüllen, welke Stellen nachsäen, sobald keine neuen Spuren mehr auftauchen.
Maulwurf oder Wühlmaus? So unterscheidest du die Hügel
Die Wühlmaus im Garten ist meist die Schermaus (Arvicola terrestris), ein Nager von etwa 15 cm Körperlänge mit stumpfem Kopf, kleinen Ohren und kurzem Schwanz. Zu sehen bekommst du sie selten, ihre Spuren dafür umso öfter. Der Maulwurf ist dagegen ein Insektenfresser: Er sucht im Boden nach Regenwürmern und Larven und frisst keine Pflanzen.
Am Hügel lässt sich der Unterschied in den meisten Fällen erkennen:
| Merkmal | Wühlmaus | Maulwurf |
|---|---|---|
| Hügel | flach, unregelmäßig, oft länglich | hoch, gleichmäßig rund |
| Erde | fein, mit Wurzel- und Pflanzenresten | krümelig, ohne Pflanzenreste |
| Lage des Gangs | seitlich neben dem Hügel | mittig unter dem Hügel |
| Gang | hochoval, über 5 cm breit, Wurzeln an den Wänden abgenagt | queroval, breiter als hoch |
| Nahrung | Wurzeln, Knollen, Zwiebeln | Regenwürmer, Insektenlarven |
| Pflanzen | welken, lassen sich leicht herausziehen | werden höchstens angehoben |
| Rechtslage | nicht geschützt | besonders geschützt |
Sicher bist du erst mit der Verwühlprobe. Stich mit einem Metallstab oder einem dünnen Rundholz neben dem Hügel in den Boden. Sackt der Stab plötzlich ein, hast du einen Gang getroffen. Leg ihn mit dem Spaten auf 20 bis 30 cm Länge frei, säubere beide Öffnungen und steck in jede ein Stück Möhre. Markier die Stelle und schau nach einigen Stunden und am nächsten Tag nach. Ist der Gang wieder verschlossen und die Möhre angenagt, wohnt dort eine Wühlmaus. Wurde der Gang zugeschoben, die Möhre aber nicht angerührt, spricht das für einen Maulwurf. Bleibt alles offen, ist der Gang gerade nicht bewohnt.
Ohne die Probe riskierst du, ein geschütztes Tier zu fangen. Der Maulwurf ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Du darfst ihn weder fangen noch verletzen oder töten, erlaubt ist nur das Vertreiben. Fallen, Köder und Gas gegen Wühlmäuse treffen im Maulwurfsgang ein geschütztes Tier. Gräbt bei dir ein Maulwurf, hilft der Ratgeber Maulwurf vertreiben weiter.
Was die Wühlmaus im Rasen anrichtet
Im Beet fällt die Wühlmaus durch umkippende Pflanzen auf, im Rasen eher schleichend. Sie frisst die Graswurzeln von unten ab. Die Halme darüber werden gelb und welk, obwohl du wässerst, und an stark befallenen Stellen lässt sich die Grasnarbe abheben wie ein loser Teppich. Ein gelber Fleck hat allerdings viele mögliche Ursachen, von Trockenheit bis zu Engerlingen. Erst flache Hügel und hohle Stellen im Boden machen die Wühlmaus wahrscheinlich.
Die Gänge verlaufen meist etwa 5 cm unter der Oberfläche, parallel zum Boden, und können zusammen 50 m und mehr lang werden. Beim Betreten oder Mähen brechen sie ein, und der Rasen wird uneben. Die Erdhaufen ersticken das Gras darunter. Auf den kahlen Stellen keimt Unkraut, das schneller ist als jede Nachsaat.
Weil Wühlmäuse keinen Winterschlaf halten, arbeiten sie das ganze Jahr. Viele Schäden fallen erst im Frühjahr auf, wenn der Rasen an manchen Stellen nicht mehr austreibt. Teurer als der Rasen wird es meist im Garten daneben. Wühlmäuse fressen die Wurzeln junger Obstbäume, besonders von Apfelbäumen auf schwach wachsender Unterlage, dazu Rosen, Tulpen- und Lilienzwiebeln, Möhren und Sellerie. Ein Baum, der im Frühjahr nicht austreibt und sich leicht aus dem Boden ziehen lässt, ist ein typisches Zeichen.
Was hilft wirklich: Fallen, Vergrämen, Schutz
Gegen eine Wühlmaus, die schon im Rasen wohnt, wirken Fallen am verlässlichsten. Die beste Zeit ist der Spätherbst, solange der Boden nicht gefroren ist, und das zeitige Frühjahr, bevor die Vermehrung beginnt. Dann ist das Futter knapp, und die Tiere nehmen Köder eher an. Im Sommer ist der Fang mühsamer. Wohnt nebenan ebenfalls eine Wühlmaus, sprich dich mit den Nachbarn ab, sonst zieht nach jedem Fang die nächste ein.
Fallen
Bewährt haben sich Drahtfallen (Zangenfallen), Kippbügelfallen und Röhrenfallen, die in den Gang geschoben werden und das Tier beim Durchlaufen töten. Lebendfallen gibt es auch. Sie müssen mehrmals täglich kontrolliert werden, und das gefangene Tier bringt dir allein noch keine Lösung. In lockerem Boden sind Fallen praktisch, die von beiden Seiten fangen, weil du nicht wissen musst, aus welcher Richtung die Maus kommt.
So gehst du beim Aufstellen einer Falle vor
- Such mit der Verwühlprobe einen Gang, der nachweislich bewohnt ist.
- Trag Handschuhe oder reib die Hände mit Erde ab. Neue Fallen lässt du vorher einige Tage draußen liegen, damit sie nicht nach Werkstatt riechen.
- Leg ihn auf etwa 20 bis 30 cm frei und entferne lose Erde aus beiden Öffnungen.
- Schieb die Falle so in den Gang, dass sie fest an der Gangwand anliegt. Bei Fallen mit Köder nimmst du ein Stück Möhre, Apfel oder Sellerie.
- Deck die Öffnungen lichtdicht mit einer Grassode oder einem umgedrehten Eimer ab und dichte die Ränder mit Erde, damit kein Licht in den Gang fällt.
- Markier die Stelle und kontrollier die Falle täglich.
Halte Kinder und Haustiere von den Fallen fern. Ist nach einigen Tagen nichts passiert, mach an anderer Stelle eine neue Verwühlprobe.
Vergrämen
Vergrämen heißt, der Wühlmaus den Garten zu verleiden, ohne sie zu töten. Am bekanntesten ist Calciumcarbid: In feuchtem Boden entsteht daraus ein übel riechendes Gas, das die Tiere vertreibt, aber nicht tötet. Erlaubt ist es nur als zugelassenes Pflanzenschutzmittel, angewendet nach der Gebrauchsanweisung. Dort stehen Menge, Anwendungsgebiet und Einschränkungen, auch zum Maulwurf. Karbid aus dem Schweißbedarf oder Restposten ohne Zulassungsnummer gehört nicht in den Garten. Calciumcarbid verätzt Haut und Augen, trag also Handschuhe und eine Schutzbrille. Das entstehende Gas ist brennbar, deshalb gehören offenes Feuer und Rauchen nicht in die Nähe.
Ultraschallgeräte, Klopfschallgeräte, Windräder und Flaschen im Boden haben sich als wirkungslos erwiesen. Die Tiere gewöhnen sich an gleichmäßige Geräusche. Dass ein Mähroboter Wühlmäuse vertreibt, ist nicht belegt. Er hält den Rasen aber dauerhaft kurz, und das nimmt ihnen die Deckung über der Erde.
Köder und Gas
Fraßköder mit dem Wirkstoff Zinkphosphid sind Gift auch für Vögel, Igel und Haustiere. Für nicht-berufliche Anwender sind viele dieser Mittel nicht zugelassen. Ob ein Mittel für den Hausgarten erlaubt ist, steht auf der Packung und in der Gebrauchsanweisung des Herstellers. Im Zweifel lässt du die Finger davon. Wo ein Köder erlaubt ist, kommt er nach Herstellerangabe in den Gang und nie offen auf den Boden. Ist das Futter reichlich, lassen Wühlmäuse Köder oft liegen. Begasung mit Phosphorwasserstoff ist Fachleuten mit Sachkundenachweis vorbehalten und im Hausgarten tabu. Bei starkem Befall auf großen Flächen lohnt deshalb ein Anruf beim Pflanzenschutzdienst deines Bundeslandes oder bei einem Schädlingsbekämpfer.
Diese Hinweise geben einen Überblick, keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist die Gebrauchsanweisung des jeweiligen Mittels.
Schutz beim Pflanzen
Neue Obstbäume, Rosen und Blumenzwiebeln setzt du in einen Drahtkorb aus verzinktem Drahtgeflecht mit einer Maschenweite von etwa 15 mm. Bieg ihn oben zum Stamm hin, ohne ihn zu befestigen, und deck ihn mit etwa 5 cm Erde ab. Für Zwiebeln gibt es fertige Gitterkörbe. Den Rasen selbst schützt das nicht, aber die Pflanzen, um die es am meisten schade wäre.
Hausmittel im Check
Hausmittel kosten wenig. Gegen eine Wühlmaus, die schon im Rasen wohnt, bringen sie selten mehr als Mühe. Die meisten setzen auf Geruch oder Geräusch, an beides gewöhnen sich die Tiere oder graben drumherum.
| Hausmittel | Gedachte Wirkung | Einschätzung |
|---|---|---|
| Knoblauch in die Gänge | Geruch vertreibt | höchstens kurzzeitig |
| Fischlake, Fischköpfe | Geruch vertreibt | höchstens kurzzeitig |
| Buttermilch | Geruch vertreibt | keine belegte Wirkung |
| Holunderjauche | Geruch vertreibt | keine belegte Wirkung |
| Essig | Geruch vertreibt | keine belegte Wirkung |
| Backpulver | soll im Magen gären | keine belegte Wirkung |
| Kaiserkrone, Wolfsmilch | Pflanzen sollen abschrecken | höchstens kurzzeitig |
| Plastikflasche, Windrad | Geräusch vertreibt | wirkungslos |
| Hundehaare, Katzenstreu | Geruch von Feinden | keine belegte Wirkung |
Rechtlich ist das kein Freibrief. Pflanzenschutzmittel brauchen eine Zulassung, und Essig oder Karbid aus dem Schweißbedarf haben keine gegen Wühlmäuse. Was du in die Gänge schüttest, landet außerdem im Boden unter deinem Rasen. Willst du ohne Fallen auskommen, setz lieber auf natürliche Feinde und auf weniger Deckung über der Erde. Gegen einen akuten Befall sind Fallen der bessere Weg.
Rasen nach dem Befall reparieren
Repariere die Fläche erst, wenn keine neuen Hügel mehr auftauchen und die Verwühlprobe leer bleibt. Sonst arbeitest du gegen ein Tier, das jede Nacht neu gräbt.
So reparierst du den Rasen nach der Wühlmaus
- Verteil die Erde der Hügel mit Rechen oder Harke flach auf der Fläche oder drück sie in die Öffnungen zurück.
- Tritt eingesackte Gänge fest oder drück sie mit einer Walze an.
- Füll Senken mit Rasenerde oder Sand auf, in dünnen Schichten, damit das Gras durchwachsen kann. Nach Regen setzt sich der Boden oft noch einmal, dann füllst du nach.
- Recht abgestorbenes Gras an welken Stellen aus und lockere den Boden leicht auf.
- Säe die kahlen Stellen nach und halte die Saat feucht, bis sie aufgegangen ist.
Wie du ebnest und nachfüllst, zeigt der Ratgeber Maulwurfshügel abtragen und Rasen renovieren, denn die Arbeit ist bei beiden Tieren dieselbe. Für die Nachsaat selbst lies Rasen nachsäen. Gesät wird im Frühjahr, sobald der Boden dauerhaft über 10 °C warm ist, oder im Spätsommer. Fängst du im Spätherbst, ebnest du nach dem letzten Fang und säst im Frühjahr nach.
Wühlmäusen vorbeugen
Wühlmäuse mögen lockeren, feuchten Boden, reichlich Futter und Deckung über der Erde. Dort setzt die Vorbeugung an.
- Rasen kurz halten: Regelmäßig gemähter Rasen bietet wenig Schutz vor Greifvögeln und Katzen. Hohe Wiesenstreifen, Brachflächen und dicke Mulchschichten am Rand sind dagegen ideale Deckung.
- Natürliche Feinde fördern: Wiesel finden in Stein- und Reisighaufen Unterschlupf, Greifvögel nutzen Sitzstangen am Rasenrand. Auch Eulen, Füchse, Marder und Katzen jagen Wühlmäuse.
- Kein Futter anbieten: Fallobst und liegen gebliebenes Gemüse aufsammeln, junge Obstbäume und Blumenzwiebeln mit Drahtkorb schützen.
- Pflanzzeit wählen: Bäume und Sträucher lieber im Frühjahr setzen und die Fläche im Spätherbst davor auf Wühlmäuse prüfen.
- Früh reagieren: Neue flache Hügel sofort mit der Verwühlprobe prüfen. Eine einzelne Wühlmaus ist schneller gefangen als eine Familie.
Ganz verhindern lässt sich ein Befall nicht, vor allem wenn neben dem Garten Wiesen oder Felder liegen. Ein Rasen, den du regelmäßig mähst und kontrollierst, macht es den Tieren aber schwerer.
Unser Fazit
Bei Erdhaufen im Rasen klärst du zuerst, wer gräbt. Flache Hügel mit Wurzelresten, ein seitlich liegender Gang und eine angenagte Möhre bei der Verwühlprobe sprechen für die Wühlmaus. Dann sind Fallen im bewohnten Gang das Mittel, das am verlässlichsten wirkt, am besten im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr. Hausmittel und Geräuschquellen kannst du dir weitgehend sparen. Karbid kommt nur als zugelassenes Mittel nach Gebrauchsanweisung in Frage, Köder und Begasung sind im Zweifel Sache von Fachleuten. Sind die Tiere weg, ebnest du die Fläche und säst nach. Kurz gemähter Rasen, wenig Deckung und natürliche Feinde machen es neuen Wühlmäusen schwerer.
Weiterlesen: Maulwurf vertreiben, falls die Verwühlprobe einen Maulwurf zeigt, und Rasen nachsäen für die kahlen Stellen danach.
Häufige Fragen zur Wühlmaus im Rasen
Können Wühlmäuse den Rasen kaputt machen?
Wühlmäuse können ihn stark schädigen. Sie fressen die Wurzeln der Gräser, die Grasnarbe darüber welkt und lässt sich stellenweise wie ein Teppich abheben. Dazu sacken die flachen Gänge beim Betreten ein, und auf den Fehlstellen siedelt sich schnell Unkraut an. Gefährlicher als für den Rasen sind sie allerdings für junge Obstbäume, Rosen und Blumenzwiebeln im Garten daneben.
Was hilft sofort gegen Wühlmäuse?
Eine Sofortlösung gibt es nicht. Am schnellsten wirkt eine Falle in einem Gang, der nachweislich bewohnt ist. Deshalb machst du zuerst die Verwühlprobe und stellst die Falle dann an genau dieser Stelle auf. Mittel zum Vergrämen und Fraßköder brauchen länger und wirken unsicherer, Hausmittel halten Wühlmäuse höchstens kurz fern.
Was mögen Wühlmäuse gar nicht?
Störung und fehlende Deckung. Kurz gemähter Rasen, wenig Mulch, wenige Brachflächen und natürliche Feinde wie Wiesel, Katzen, Greifvögel und Eulen machen den Garten unattraktiv. Starke Gerüche wie Knoblauch oder Fischlake stören sie höchstens kurzzeitig, für Holunderjauche ist keine Wirkung belegt, eine dauerhafte Wirkung gibt es nicht.
Wie lange bleiben Wühlmäuse im Garten?
Solange sie Futter finden. Wühlmäuse halten keinen Winterschlaf, nutzen ihren Bau das ganze Jahr und ziehen nicht von selbst weiter. Weil ein Weibchen von März bis Oktober zwei bis vier Würfe bekommt, wird aus einer Wühlmaus ohne Gegenmaßnahmen schnell eine Familie.
Darf ich Wühlmäuse töten?
Die Wühlmaus (Schermaus) steht nicht unter Naturschutz. Erlaubt sind Fallen und zugelassene Pflanzenschutzmittel nach Gebrauchsanweisung, wobei Köder für den Hausgarten oft nicht zugelassen sind. Der Maulwurf dagegen ist besonders geschützt und darf weder gefangen noch getötet werden. Prüf deshalb vor jeder Maßnahme, wer in deinem Rasen gräbt.
Hilft eine Plastikflasche gegen Wühlmäuse?
Flaschen, die im Wind pfeifen, Windräder und Klappermühlen haben sich als wirkungslos erwiesen, genauso wie Ultraschall- und Klopfschallgeräte. Die Tiere gewöhnen sich an gleichmäßige Geräusche.


