Mähroboter ohne Begrenzungskabel: Welche Technik zu welchem Garten passt

Ein Mähroboter ohne Begrenzungskabel spart dir das Verlegen des Drahts, aber er muss den Rasen auf anderem Weg finden: per Satellit, per Kamera oder per Laser. Welche Technik funktioniert, entscheidet dein Garten, nicht das Datenblatt. Bäume, Hauswände, schmale Durchgänge und ein Hang sortieren die Modelle schneller aus als jeder Testsieger.
Auf unserem Rasen in Hamburg sind inzwischen Roboter mit RTK-Antenne, mit Netzwerk-RTK und mit reiner Kamera-Navigation gefahren.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Drei Techniken: RTK (Satellit mit Korrektur, auf wenige Zentimeter genau), Kamera (erkennt den Rasen im Bild) und LiDAR (tastet die Umgebung mit Laser ab). Die meisten neuen Modelle kombinieren zwei davon.
- Bäume und Hauswände schatten den Satellitenempfang ab. Dort brauchst du Kamera oder LiDAR (allein oder zusätzlich zu RTK), reines RTK reicht nicht.
- Offene Flächen sind das Revier von RTK, besonders wenn sie groß sind.
- Der Draht bleibt sinnvoll, wenn ein vorhandenes Kabel zuverlässig läuft, du ohne App und Internet mähen willst oder das Budget knapp ist.
- Für den Rasen: etwa 4 cm Schnitthöhe und drei Fahrten pro Woche haben sich bei uns bewährt, täglich war zu viel.
- Tagsüber mähen: In Hamburg, Köln, Leipzig und weiteren Städten gilt ein Nachtfahrverbot zum Schutz von Igeln.
Welche Technik für welchen Garten? Die Entscheidung auf einen Blick
Bevor du Modelle vergleichst, schau dir deinen Garten an. Die Flächenangaben stammen von den Herstellern unserer Testgeräte und gelten als Obergrenze, nicht als Tagesleistung.
| Dein Garten | Passende Technik | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Offene Fläche, kaum Bäume, über 1.000 m² | RTK, gern mit Kamera | breites Mähwerk, großer Akku, Antenne mit freiem Himmel |
| Viele Bäume, dichte Kronen | Kamera, LiDAR oder RTK mit Kamera | reines RTK verliert unter dem Blätterdach das Signal |
| Rasen dicht am Haus oder zwischen Gebäuden | RTK mit Kamera, Kamera oder LiDAR | Antennenstandort vorher testen |
| Schmale Durchgänge um 1 bis 1,5 m | kleines, wendiges Modell | Wendekreis, Breite, Kartierung der Engstelle |
| Hang | RTK mit Allradantrieb | Herstellerangabe zur Steigung, Traktion bei Nässe |
| Mehrere Teilflächen | jede Technik mit Zonen-Funktion | Verbindungswege in der App, Engstellen dazwischen |
| Kleiner Garten um 200 m² | kleines Modell für 600 bis 800 m² | Preis, Lautstärke, Zwischenladen |
Der Yuka Mini schafft laut Hersteller je nach Variante 80 oder 230 m² pro Akkuladung, der TerraMow V600 80 bis 120 m² pro Stunde. Ein großes RTK-Gerät wie der LUBA 2 mit 40 cm Schnittbreite ist auf unserer Fläche nach rund 25 Minuten fertig. Wer den Rasen tagsüber selbst nutzt, merkt diesen Unterschied stärker als jemand, der den ganzen Vormittag frei hat.
RTK, Kamera, LiDAR: so finden kabellose Mähroboter den Rasen
Alle drei Techniken lösen dieselbe Aufgabe. Der Roboter muss wissen, wo er gerade steht und wo der Rasen aufhört. Sie scheitern nur an verschiedenen Stellen.
RTK: Satellit mit Korrektursignal
RTK steht für Real Time Kinematic. Der Roboter empfängt Satellitensignale wie ein Navi im Auto. Weil normales GPS nur auf einige Meter genau ist, kommt ein Korrektursignal dazu. Das liefert entweder eine eigene Antenne im Garten, die als fester Bezugspunkt dient, oder ein Netz von Referenzstationen über das Internet (Netzwerk-RTK, bei Herstellern auch NetRTK oder Cloud-RTK). Damit liegt die Position auf wenige Zentimeter genau, und der Roboter fährt saubere, gerade Bahnen.
Die Grenze ist der Himmel. Baumkronen, Hauswände und Dachüberstände schirmen die Satelliten ab. Unser erster LUBA hat neben dem Haus regelmäßig das RTK-Signal verloren, diesen Streifen haben wir per Fernsteuerung gemäht. Der LUBA 2 hat zusätzlich eine 3D-Kamera und mäht dieselbe Stelle seitdem ohne Unterbrechung.
Beim Anthbot Genie 800 lag das Problem an der Antenne selbst. Sie muss bei diesem Modell direkt an der Ladestation stehen, und zwischen zwei Hauswänden mit etwa drei Metern Abstand war der Empfang zu schwach für einen zuverlässigen Start. Erst an einem offeneren Platz lief er stabil. Der Grund: In der Station hat die Kamera keine Sicht nach außen, zum Losfahren braucht er also ein sauberes RTK-Signal.
Netzwerk-RTK spart die Antenne, braucht dafür aber eine Datenverbindung über WLAN oder Mobilfunk. Der Yuka Mini kombiniert sie mit Kameras und hat bei uns auch unter Bäumen und in verwinkelten Ecken so genau gemäht wie der LUBA 2 mit eigener Antenne.
Kamera: der Roboter sieht den Rasen
Kamera-Modelle bauen aus den Bildern mehrerer Kameras eine Karte ihrer Umgebung und orientieren sich an festen Punkten in der Umgebung, der TerraMow zum Beispiel an Lichtquellen. Sie unterscheiden Gras von Pflaster und Beet über Farbe und Struktur und brauchen weder Satellit noch Antenne. Unter Bäumen und dicht am Haus ist das ein klarer Vorteil.
Der TerraMow V600 navigiert nur mit drei Kameras. Er hat den Garten selbst kartiert, ist bei der ersten Fahrt zentimetergenau an der Terrassenkante entlanggefahren und hat eine hohe Steinkante nie berührt. Den Übergang zum Nachbargarten hat er erst bei der zweiten Fahrt erfasst, die Karte wird mit jeder Runde genauer. Den Deckel unseres versenkbaren Rasensprengers hält er für ein Hindernis und umfährt ihn.
Kameras brauchen Licht und eine saubere Linse. In der Dämmerung und bei Dunkelheit sehen sie schlechter, was bei einem Zeitplan am Tag selten eine Rolle spielt. Nach dem Mähen von nassem Gras lohnt ein Blick auf die Linsen.
LiDAR: Laser statt Satellit
LiDAR tastet die Umgebung mit Laserstrahlen ab und misst die Abstände zu Hauswand, Hecke, Baumstamm oder Zaun. Daraus entsteht eine dreidimensionale Karte. Für den Laser selbst spielen Licht und Satellitenempfang keine Rolle, deshalb funktioniert LiDAR gerade in zugebauten Gärten mit vielen Bäumen gut.
Schwierig wird es dort, wo es nichts abzutasten gibt: auf einer großen, offenen Wiese ohne Haus, Hecke oder Bäume in Reichweite. Außerdem sieht der Laser keine Farben. Ob neben dem Rasen ein ebenerdiges Beet oder ein Weg liegt, erkennt er nur mit Hilfe einer Kamera. Viele LiDAR-Modelle haben deshalb zusätzlich Kameras, manche auch Netzwerk-RTK.
Was „KI“ beim Mähroboter bedeutet
„KI“ meint bei Mährobotern fast immer die Bilderkennung der Kameras. Sie ordnet ein, was vor dem Roboter liegt, und entscheidet, ob er ausweicht. Die Hersteller unserer Testgeräte nennen über 200 erkannte Objektarten beim Yuka Mini und über 1.000 beim Genie 800. In der Praxis hat der Yuka Mini Spielzeug und Füße großzügig umfahren, der Genie 800 hatte bei uns keine einzige Kollision.
Verlassen solltest du dich darauf trotzdem nicht. Im Test der Stiftung Warentest (Heft 4/2026) erkannten viele Modelle Fußattrappen nicht zuverlässig. Kinder und Haustiere gehören nicht auf den Rasen, während der Roboter fährt.
Mit oder ohne Begrenzungskabel: was ist besser?
Für einen Garten, der neu einen Mähroboter bekommt, spricht inzwischen das meiste gegen den Draht. Das Verlegen ist aufwendig, jede neue Beetkante heißt neu verlegen, und ein Kabelbruch im Boden ist mühsam zu finden. Viele Drahtmodelle fahren außerdem nach dem Zufallsprinzip kreuz und quer, die kabellosen ziehen geordnete Bahnen.
Vorteile
- Technik in Minuten aufgestellt, kein Kabelverlegen
- Zonen, Sperrflächen und Grenzen änderst du in der App
- systematische Bahnen, auf Wunsch mit Streifenoptik
- Hinderniserkennung per Kamera statt nur per Stoßsensor
- ein wachsender oder umgestalteter Garten braucht nur eine neue Karte
Nachteile
- abhängig von Satellitenempfang, Licht oder Bezugspunkten
- teurer als einfache Drahtmodelle
- App, Konto und regelmäßige Software-Updates sind Pflicht
- Mobilfunk-Modelle kosten nach der Inklusivzeit ein Abo
- Hindernisse erkennt nicht jedes Modell so gut, wie die Werbung verspricht
Der Draht bleibt die vernünftigere Wahl, wenn einer dieser Fälle zutrifft:
- Ein vorhandenes Kabel läuft zuverlässig. Dann ist der Umstieg Luxus, kein Muss.
- Du willst ohne App, Konto und Internet mähen. Ein Drahtmodell kommt ohne aus.
- Dein Rasen liegt unter einem dichten Blätterdach und das Budget reicht nicht für ein Kamera- oder LiDAR-Modell. Reines RTK verliert dort das Signal.
- Du suchst das günstigste Gerät. Im Test der Stiftung Warentest lagen die Preise der 14 Modelle mit und ohne Draht zwischen etwa 300 und 1.700 Euro, einfache Drahtmodelle sind meist günstiger als kabellose.
Einrichten ohne Draht: Station, Karte, Zonen, WLAN
Einen kabellosen Mähroboter richtest du selbst ein, einen Fachbetrieb brauchst du nicht. Die Hardware stand beim Genie 800 in unter einer halben Stunde, beim TerraMow in wenigen Minuten. Mehr Zeit kostet die Karte.
So gehst du bei der Einrichtung vor
- Standort der Ladestation wählen: ebener, fester Untergrund am Rasenrand, Steckdose in Reichweite. Bei RTK-Modellen mit eigener Antenne braucht diese freien Blick zum Himmel, bei Kamera-Modellen sollte das WLAN bis zur Station reichen. Teste den Empfang, bevor du etwas festschraubst.
- App verbinden und Firmware aktualisieren: Viele Roboter spielen beim ersten Start ein Update auf, der TerraMow tat das als Erstes. Plane dafür ein paar Minuten ein.
- Fläche kartieren: Entweder fährt der Roboter die Grenzen selbst ab, oder du steuerst ihn per App an der Kante entlang. Die automatische Kartierung braucht oft Nacharbeit: Der Genie 800 hat die Kanten nicht auf Anhieb sauber erfasst, der Yuka Mini blieb an der Rutsche hängen. Manuell ging es bei ihm mit etwas Übung sogar schneller.
- Zonen und Sperrflächen anlegen: Beete, Teich, Spielbereich und frisch gesäte Stellen als Sperrzone markieren, getrennte Rasenstücke als eigene Zonen mit Verbindungsweg.
- Zeitplan und Schnitthöhe einstellen: Mähzeiten nur tagsüber, Schnitthöhe passend zur Jahreszeit (mehr dazu unten).
- Die ersten Fahrten beobachten: Stellen, an denen er hängen bleibt oder Streifen stehen lässt, korrigierst du in der Karte.
Für mehrere getrennte Flächen rechnest du beim Kartieren mit 20 bis 30 Minuten. Das ist immer noch ein Bruchteil der Zeit, die ein Begrenzungskabel kostet.
Ohne WLAN, mit 4G: was du an Verbindung brauchst
Ganz ohne Verbindung läuft kaum ein kabelloser Roboter auf Dauer. Kamera-Modelle ohne Mobilfunk brauchen an der Station zumindest für die Einrichtung und für Updates WLAN, Netzwerk-RTK braucht für die Korrekturdaten durchgehend eine Datenverbindung. Reicht dein WLAN nicht bis in den Garten, hilft ein Modell mit eingebautem Mobilfunk (4G) oder ein WLAN-Verstärker an der Terrasse. Manche Hersteller legen 4G für eine bestimmte Zeit bei, beim Genie 800 das erste Jahr. Danach kostet es ein Abo, dessen Preis du vor dem Kauf beim Hersteller nachsehen solltest.
Hang, Engstellen, Kanten, Igel: wo es in der Praxis hakt
Steigung und Allradantrieb
Die Steigung ist die härteste Grenze, weil Software sie nicht ausgleicht. Unsere Testgeräte liegen laut Hersteller weit auseinander: 80 % beim LUBA 2 mit Allradantrieb, 45 bis 50 % beim Yuka Mini, 45 % beim Genie 800 und 18 Grad (rund 32 %) beim TerraMow V600. Auf nassem Gras sinkt die Traktion, plane also Luft zur Herstellerangabe ein. Wir mähen im norddeutschen Flachland, gute Traktion hilft aber auch dort auf feuchtem Rasen.
Schmale Durchgänge
Große Allradgeräte sind für weite Flächen gebaut. Der LUBA 2 arbeitet eine gerade Fläche geordnet ab, in engen Passagen tut er sich schwerer. Kleine Modelle wie Yuka Mini, Genie 800 oder TerraMow wenden fast auf der Stelle und kommen auch durch schmale Durchgänge neben dem Haus. Bei RTK-Modellen sind genau solche Gänge zwischen Haus und Zaun oft auch die Stellen mit dem schlechtesten Empfang.
Kantenschnitt und Nacharbeit
Kein Mähroboter schneidet bis an eine Mauer heran, weil das Messer innen unter dem Gehäuse sitzt. Yuka Mini und LUBA 2 kamen bei uns auf etwa 5 cm an die Kante, an hohen Mauern bleibt bei vielen Modellen mehr stehen. Die Stiftung Warentest hat Randstreifen von bis zu 20 cm gemessen.
Am besten funktioniert eine ebenerdige Kante, über die der Roboter mit einem Rad hinausfahren darf. Beim TerraMow haben wir eingestellt, dass er 10 cm über die Rasenkante zur Terrasse fährt, an der hohen Steinkante gegenüber hält er trotzdem Abstand. Wo eine Mauer bleibt, schneidest du den Rand mit Rasentrimmer oder Rasenschere nach. Bei einer Neuanlage lohnen sich Rasenkantensteine, die der Roboter überfahren kann.
Hindernisse, Kinder und Igel
Kinderspielzeug haben die Kamera-Modelle bei uns zuverlässig umfahren. Wenn Kinder trotzdem dicht am Roboter spielen, sucht er permanent nach einer Ausweichroute und fährt viele Umwege. Flache Gegenstände und kleine Tiere sind die Schwachstelle der Erkennung.
Für Igel ist deshalb der Zeitplan der wichtigste Schutz. Sie sind in der Dämmerung und nachts unterwegs, flüchten nicht, sondern rollen sich ein. Hamburg hat im September 2025 ein Nachtfahrverbot für das ganze Stadtgebiet erlassen: Mähroboter dürfen nur von einer halben Stunde nach Sonnenaufgang bis eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang fahren. Köln, Leipzig, Münster und weitere Städte und Kreise haben ähnliche Regeln. Frag bei deiner Gemeinde nach, was bei dir gilt.
Diebstahl und Lautstärke
Viele kabellose Modelle lassen sich per GPS orten und schlagen in der App Alarm, wenn sie die Fläche verlassen. Der Yuka Mini hat dafür einen Geofence-Alarm. Eine Garage für den Rasenroboter schützt zusätzlich vor Sonne und Regen an der Station.
Beim Mähen selbst sind die Roboter leise. Laut Hersteller liegt der TerraMow unter 54 dB, der Genie 800 bei höchstens 58 dB. Was bei beiden auffällt, ist eher das Fahrgeräusch der Antriebsräder als das Messer.
Was der Mähroboter für deinen Rasen bedeutet
Ein Mähroboter ist ein Mulchmäher. Er schneidet bei jeder Fahrt nur die Spitzen ab und lässt den fein zerkleinerten Schnitt liegen. Der verrottet schnell und gibt Nährstoffe an den Boden zurück, wie beim Mulchmähen mit einem normalen Mäher.
Schnitthöhe nicht zu tief: Bei uns war 3 cm mit Roboter zu kurz: Nach zwei bis drei sonnigen Wochen wirkte der Rasen geschwächt. Seit wir auf 4 cm und bei Hitze auf 4,5 cm gegangen sind, wächst er kräftiger. Die Werte für Herbst und Frühjahr stehen bei der perfekten Schnitthöhe.
Nicht jeden Tag: Tägliches Mähen hat unserem Rasen eher geschadet. Mit drei Fahrten pro Woche erholt er sich besser und bleibt trotzdem gleichmäßig kurz.
Fahrspuren vermeiden: An Wendepunkten, in Engstellen und auf dem Weg zur Station fährt der Roboter immer wieder über dieselben Stellen. Wechsle die Mährichtung, falls die App das kann (der TerraMow fährt abwechselnd quer und längs), und lass ihn nicht auf nassem, weichem Boden fahren. Die harten Räder des Yuka Mini können sich dann eingraben, die profilierten Räder des Genie 800 haben bei uns keine Drucklöcher hinterlassen.
Sperrzone für die Nachsaat: Frisch gesäte Stellen markierst du in der App als Sperrfläche, bis die Gräser fest stehen. Für Flächen, die ständig gemäht werden, gibt es eigene Rasensamen für Mähroboter mit feinem, schnell zersetzbarem Schnitt.
Düngen und Vertikutieren: Der Mulch ersetzt einen Teil des Düngers, aber nicht alles. Dünge also weiter nach Bedarf. Vor dem Vertikutieren stellen wir den Roboter ausnahmsweise nur für die letzte Fahrt auf 2,5 cm, damit die Messer der Walze weniger gesunde Halme verletzen.
Kosten und Folgekosten
Die Preise kabelloser Mähroboter hängen vor allem an der Fläche und der Technik. Die Werte in der Tabelle sind die Preise unserer Testgeräte zum Zeitpunkt des jeweiligen Tests und dienen als Orientierung.
| Modell | Technik | Fläche laut Hersteller | Preis zum Testzeitpunkt |
|---|---|---|---|
| Anthbot Genie 800 | RTK mit Antenne und vier Kameras | bis 800 m² | 849 € UVP (Mai 2026) |
| TerraMow V600 | nur Kameras | bis 600 m² | ab rund 899 € (Juli 2026) |
| Yuka Mini | Netzwerk-RTK mit Kamera | 600 oder 800 m² | ab 899 bzw. 1.099 € (Juni 2025) |
| LUBA 2 | RTK mit Antenne und 3D-Kamera | 1.000 bis 5.000 m² | 2.599 bis 2.999 € (2025) |
Dazu kommen laufende Kosten. Ein Satz Ersatzklingen kostet laut Stiftung Warentest bis zu 15 Euro, ein Ersatzakku 60 bis 180 Euro. Wann die Klingen fällig sind, gibt der Hersteller vor. Stumpfe Klingen erkennst du an ausgefransten, hellen Halmspitzen. Bei Mobilfunk-Modellen fällt nach der Inklusivzeit das 4G-Abo an, optional kommt eine Garage hinzu.
Zum Vergleich mit einem Drahtmodell gehört auch die eingesparte Zeit. Das Kabel verlegst du einmal aufwendig und bei jeder Gartenänderung wieder, die kabellose Karte änderst du in Minuten.
Unser Fazit
Ein Mähroboter ohne Begrenzungskabel lohnt sich heute für fast jeden Garten, wenn die Technik zum Grundstück passt. Für offene Flächen ist RTK die ausgereifte Wahl, für Gärten mit Bäumen und Hauswänden brauchst du eine Kamera oder LiDAR, idealerweise in Kombination. Kleine Gärten kommen mit einem wendigen Einsteigermodell aus, am Hang entscheidet der Allradantrieb.
Für den Rasen zählen eine Schnitthöhe um 4 cm, Pausen zwischen den Fahrten und ein Zeitplan bei Tageslicht. Wie sich einzelne Modelle im Alltag schlagen, zeigen unsere Tests zum TerraMow V600 und zum LUBA 2. Einen Überblick über die Hersteller gibt es bei den Rasenmäher-Marken.
Häufige Fragen zu Mährobotern ohne Begrenzungskabel
Ist ein Mähroboter mit oder ohne Begrenzungskabel besser?
Für die meisten neuen Gärten ist ein Modell ohne Kabel die bessere Wahl: Die Einrichtung dauert Minuten, statt Kabel im Boden zu verlegen, er mäht in Bahnen statt kreuz und quer und erkennt Hindernisse per Kamera. Der Draht bleibt sinnvoll, wenn ein bestehendes Kabel zuverlässig funktioniert, wenn du ohne App und Internet auskommen willst oder wenn ein dichtes Blätterdach keinen Satellitenempfang zulässt und das Budget für ein Kamera- oder LiDAR-Modell nicht reicht, oder wenn du das günstigste Gerät suchst.
Kann ich einen Mähroboter ohne Begrenzungskabel selbst installieren?
Ja, du stellst die Ladestation auf, schließt sie an den Strom an, verbindest den Roboter mit der App und lässt ihn die Fläche kartieren. Bei RTK-Modellen mit eigener Antenne kommt diese mit freiem Blick zum Himmel dazu. Die Technik steht meist in unter einer halben Stunde, für die Karte mit mehreren Teilflächen solltest du noch einmal 20 bis 30 Minuten einplanen.
Welche kabellosen Mähroboter funktionieren ohne WLAN?
Modelle mit eingebautem Mobilfunk (4G) brauchen kein WLAN im Garten, kosten aber nach der Inklusivzeit ein Abo. Manche lassen sich in der Nähe auch per Bluetooth bedienen. Kamera-Modelle brauchen an der Ladestation zumindest für die Einrichtung und für Updates WLAN, Netzwerk-RTK braucht immer eine Datenverbindung für die Korrekturdaten.
Welche Nachteile hat ein Mähroboter ohne Begrenzungskabel?
Er hängt am Empfang: RTK verliert unter Bäumen und an Hauswänden das Signal, Kameras brauchen Licht und eine saubere Linse. Dazu kommen ein höherer Preis als bei einfachen Drahtmodellen, die Abhängigkeit von App und Software-Updates und bei Mobilfunk-Modellen ein Abo nach der Inklusivzeit. Am Rand bleibt wie beim Drahtmodell ein Streifen stehen, den du nachschneidest.
Gibt es KI-Mähroboter, die ohne Begrenzungskabel funktionieren?
Ja, „KI“ steht bei Mährobotern fast immer für die Bilderkennung der Kameras. Sie unterscheidet Rasen von Beet und Weg und soll Hindernisse wie Spielzeug oder Füße erkennen, was nicht jedes Modell zuverlässig schafft. Reine Kamera-Modelle wie der TerraMow V600 navigieren nur damit, andere kombinieren die Kameras mit RTK oder LiDAR.
Was ist ein GPS-Mähroboter?
Gemeint ist fast immer ein RTK-Mähroboter. Normales GPS ist auf einige Meter genau, das reicht für eine Rasenkante nicht. RTK korrigiert die Satellitenposition mit Daten einer Referenzstation und kommt so auf wenige Zentimeter.
Welcher Mähroboter ohne Begrenzungskabel passt für 200 m²?
Ein kleines, wendiges Modell für bis zu 600 oder 800 m² reicht völlig. Auf unseren 200 m² musste der Yuka Mini zwischenladen, das stört nur, wenn die Fläche tagsüber kaum frei ist. Ein großes Allradgerät lohnt sich dort nur am Hang.
Hat jeder Mähroboter ohne Begrenzungskabel eine Ladestation?
Ja, bei schwachem Akku fährt er selbst zum Laden zurück. Danach macht er in der Regel dort weiter, wo er aufgehört hat. Bei RTK-Modellen mit eigener Antenne gehört sie dazu, bei manchen muss sie direkt neben der Station stehen (Netzwerk-RTK kommt ohne aus).
Wie hat die Stiftung Warentest Mähroboter ohne Kabel bewertet?
Im Test von Heft 4/2026 waren 14 Mähroboter, davon acht ohne Begrenzungsdraht, mit Preisen von etwa 300 bis 1.700 Euro. Nur wenige navigierten richtig gut, viele erkannten Fußattrappen nicht zuverlässig, und am Rand blieben teils bis zu 20 Zentimeter stehen. Die Noten im Einzelnen stehen bei test.de.
Darf ein Mähroboter nachts fahren?
In Hamburg, Köln, Leipzig und weiteren Städten nicht mehr: Dort gilt ein Nachtfahrverbot zum Schutz von Igeln, in Hamburg von einer halben Stunde vor Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang. Auch ohne Verbot gehört der Zeitplan in den Tag.


