TerraMow V600 im Test: Mähroboter ohne Kabel, ohne RTK – und trotzdem top?

Der Terramow V600 Mähroboter mit Top-Kamera
Autor Bastian Behrens

Bastian Behrens

#Rasenfreak, #SchönerRasen, #AusLiebeZumRasen

Kein Begrenzungskabel verlegen, keine RTK-Antenne aufstellen, einfach auspacken und loslegen — klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Genau das verspricht der TerraMow V600. Ich habe ihn ausgiebig bei mir im Garten getestet und kann Dir sagen: Das Versprechen hält. Größtenteils zumindest.

TerraMow V600 Mähroboter mit Garage, ohne Installation von RTK-Antenne oder Begrenzungskabel, KI-Vision mit Triple-Kamera, für komplexe Gärten bis 600 m²

TerraMow V600 Mähroboter mit Garage, ohne Installation von RTK-Antenne oder Begrenzungskabel, KI-Vision mit Triple-Kamera, für komplexe Gärten bis 600 m²

Der TerraMow V600 ist ein kabelloser Mähroboter für kleine bis mittlere und komplexe Gärten mit bis zu 600 m² Rasenfläche. Er kombiniert ein…

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Wer steckt hinter TerraMow?

Das ist eigentlich der Punkt, der mich von Anfang an neugierig gemacht hat. TerraMow ist kein klassischer Gartenhersteller — hinter dem Namen steckt Muxin Intelligence, gegründet von einem Team rund um Harry Zhang, der zuvor bei DJI gearbeitet hat. DJI — falls Dir der Name nichts sagt: Das ist der chinesische Drohnenhersteller, der den weltweiten Markt für Verbraucherdrohnen mit über 90 % Marktanteil dominiert. Kein Unternehmen, das irgendwelche Elektronik zusammenbaut, sondern der technologische Maßstab, wenn es um KI-Bildauswertung und präzise Navigation geht.

Genau diese Expertise haben die Gründer in eine neue Richtung gelenkt: keine Drohnen mehr, sondern smarte Heimroboter. Das Ergebnis ist unter anderem das Navigationssystem, das in hochpreisigen Saugrobotern von Marken wie Eufy steckt — und eben der TerraMow.

Wenn man das weiß, macht plötzlich vieles Sinn. Warum die App so sauber übersetzt ist. Warum die Kameraerkennung so präzise funktioniert. Und warum ein Team, das keine Wurzeln im klassischen Gartengeräte-Markt hat, trotzdem einen der besten Mähroboter auf den Markt gebracht hat, den ich bisher testen durfte.

Der Terramow V600 Mähroboter hat einen praktischen Tragegriff

Was steckt im TerraMow V600? Die wichtigsten Daten im Überblick

Bevor ich Dir von meinen Erfahrungen erzähle, kurz die technischen Eckdaten:

Der V600 ist für Rasenflächen bis 600 m² ausgelegt und mäht dabei zwischen 80 und 120 m² pro Stunde — je nach Komplexität Deines Gartens. Die Schnitthöhe lässt sich per App von 25 bis 75 mm einstellen, die Schnittbreite beträgt 20,3 cm. Der Akku (24V, 3,8 Ah) hält bis zu 150 Minuten durch und schafft pro Ladung zwischen 130 und 250 m². Der Geräuschpegel liegt unter 54 dB — leise genug, um ihn ohne schlechtes Gewissen zweimal täglich laufen zu lassen. Steigungen bis 18° bewältigt er problemlos.

Das Herzstück ist die TerraVision 2.0 Navigation — ein Dreifach-Kamera-System mit KI-Bildverarbeitung in 1920×1280 Auflösung. Kein LiDAR, kein RTK, keine Kabel. Stattdessen erkennt der Roboter Orientierungspunkte wie Lichtquellen und baut daraus in Echtzeit ein 3D-Bild seines Umfeldes auf.

Preis: aktuell ab rund 899 Euro, UVP liegt bei 999 Euro.

Der Terramow V600 Mähroboter von vorne

Aufbau und Einrichtung: schneller als jeder andere Mähroboter bisher

Die Verpackung ist solide — da nehmen sich die meisten Mähroboter nicht viel. Was den V600 aber wirklich von der Masse abhebt, ist der Aufbau: Der dauert buchstäblich Minuten. Ladestation hinstellen, Netzteil anschließen, Mäher draufstellen, App verbinden — fertig. Keine Kabeltrommel, kein Graben ziehen, keine Antenne auf dem Dach.

Das erste, was die App nach der Verbindung macht, ist ein Firmware-Update. Das klingt erstmal nach Verzögerung, ist für mich aber ein gutes Zeichen — es zeigt, dass TerraMow aktiv an der Software arbeitet und regelmäßig Verbesserungen rausbringt.


Die Kartierung: automatisch und überraschend präzise

Manuelle Kartierung gibt es beim V600 nicht — der Mäher fährt selbst los und erkundet den Garten. Ehrlich gesagt war ich skeptisch, denn automatische Kartierungen habe ich bei anderen Modellen oft als ungenau erlebt.

Beim TerraMow V600 war das anders.

Die Erkennung der Rasenfläche war präzise bis auf den Zentimeter. An der Kante zu unserer Terrasse fuhr er bei der Kartierung millimetergenau entlang. Zu einer Steinkante hielt er ebenfalls nur minimalen Abstand — ohne einmal dagegen zu fahren. Das ist im Vergleich zu anderen Modellen, die dort zumindest leicht angestoßen sind, eine echte Besonderheit.

Noch etwas, das mich positiv überrascht hat: Die Karte wird mit jeder Fahrt aktualisiert und verfeinert. Bei meiner ersten Kartierung hatte der V600 den Übergang zum Nachbargarten nicht erfasst. Bei der zweiten Fahrt — scheinbar aus einem etwas anderen Winkel — hat er die Fläche vollständig erschlossen und dort sauber gemäht. Das System lernt also tatsächlich mit.

Der Terramow V600 Mähroboter fährt exakt auf der Rasenkante

Die App: intuitiv, fehlerfrei übersetzt, mit einem echten Highlight

Die TerraMow-App ist übersichtlich aufgebaut und — das ist für Hersteller aus diesem Markt leider keine Selbstverständlichkeit — auffallend sauber ins Deutsche übersetzt. Keine kryptischen Menüpunkte, keine holprigen Texte, die man erstmal entschlüsseln muss.

Mein persönliches Highlight ist die Zoneneinteilung per Fingerdrag. Du zeichnest einfach mit dem Finger auf der Karte, wo eine Zone enden und die nächste beginnen soll — kein Abfahren der Zone mit dem Mäher notwendig. Das macht die Einrichtung von Mähbereichen wirklich zum Kinderspiel.

Praktisch ist außerdem die Einstellung, dass der V600 bei jedem Start in eine andere Richtung fährt. Bei mir wechselt er zwischen quer und längs über den Rasen — so werden wirklich alle Halme erwischt und das Mähbild bleibt gleichmäßig.


Hinderniserkennung: beeindruckend gut — mit einer kleinen Schwäche

Kinderspielzeug auf dem Rasen? Der TerraMow V600 macht einen großen Bogen darum, zuverlässig und ohne eine einzige Kollision in meinem Test.

Besonders beeindruckt hat mich folgendes: Ich habe in der App eingestellt, dass der Mäher 10 cm über die Rasenkante hinaus fahren soll — damit kein Streifen stehen bleibt. Auf der gegenüberliegenden Seite habe ich hohe Steine, gegen die er auf keinen Fall fahren darf. Und weißt Du was? Er erkennt die Kante dort perfekt und hat sie trotz dieser Einstellung kein einziges Mal berührt. Genau das habe ich mir von einem modernen Mähroboter immer gewünscht.

Eine kleine Schwäche gibt es aber: Den Deckel unseres Gardena Rasensprengers erkennt er ebenfalls als Hindernis und umfährt ihn. Dieses Feedback habe ich direkt an die Entwickler weitergegeben und bin gespannt, ob das per Software-Update gelöst wird.

Der Terramow V600 Mähroboter erkennt den versenkbaren Rasensprenger

Fahreigenschaften und Mähbild: gut — mit Potenzial nach oben

Der V600 ist angenehm wendig. Auch auf schmalen Passagen navigiert er sich sauber durch, ohne dass man nachhelfen müsste. Mit einem Frontrad und zwei Hinterrädern mit gutem Profil bleibt der Rasen auch bei häufigen Manövern unbelastet — ich fahre ihn täglich zweimal und sehe keinerlei Beschädigungen am Gras.

Zwei Punkte, die ich ehrlich ansprechen möchte:

Wenn der Motor die Räder antreibt, ist ein leises Fahrgeräusch zu hören. Nicht störend, aber noch optimierbar. Und der Mähteller kommt mit 3 Klingen — bei dieser Preisklasse wären 5 Klingen das nächste Level und würden das Schnittergebnis nochmals verbessern. Das Ergebnis bei der Einstellung „schnelle Umdrehung“ überzeugt mich aber wirklich. Der Rasen wirkt täglich besser, der Schnitt ist sauber und gleichmäßig.

Der Terramow V600 Mähteller mit 3 Klingen

Was ich mir noch wünschen würde

Ich würde mir wünschen, dass man in einem einzigen Mähvorgang beide Richtungen direkt hintereinander fahren kann — also erst quer, dann längs. Das wäre vor allem bei sehr dicht gewachsenem Rasen ein echter Vorteil und sollte per Software-Update problemlos umsetzbar sein. TerraMow: falls jemand mitliest, das wäre mein nächster Wunschzettel.


Fazit: Eine der besten Kaufempfehlungen, die ich seit Langem ausspreche

Der TerraMow V600 ist der bisher beste kabellose Mähroboter, den ich getestet habe — und wenn man weiß, dass dahinter ein Team ehemaliger DJI-Ingenieure steckt, ist das eigentlich keine große Überraschung. Keine RTK-Antenne, kein Kabel, und trotzdem eine Präzision, die mich wirklich beeindruckt hat.

Kleine Abzüge gibt es für das Fahrgeräusch, den 3-Klingen-Teller und die fehlende Doppelrichtungs-Option in einem Mähgang. Das sind aber Punkte, die den Gesamteindruck kaum trüben — und bei denen ich glaube, dass TerraMow zumindest einen Teil davon noch per Update lösen wird.

Meine klare Empfehlung: Kaufen. Wer aktuell auf der Suche nach einem neuen Mähroboter ist und einen Garten unter 600 m² hat, findet in dieser Preisklasse kaum etwas Besseres.

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Autor Bastian Behrens

Über den Autor

Bastian Behrens ist Gründer und Redakteur des Rasen Magazins www.rasen-experte.de. Bereits seit über 10 Jahren helfen wir Rasenbesitzern mit Informationen, Erfahrungen sowie Tipps und Tricks zur Rasenpflege. Insgesamt haben wir bereits mehreren Millionen Menschen dabei geholfen, ihren Rasen ein Stück besser zu machen.

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