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Pilze im Rasen bekämpfen: Ursachen, Pilzarten und was hilft

Bastian Aktualisiert am 22. Juni 2024 7 Min. Lesezeit
Pilze im Rasen entfernen

Ein gepflegter und gesunder Rasen ist ein wahrer Augenschmaus. Doch dieser kann durch Pilze erheblich beeinträchtigt werden. Pilze lieben feuchte und schattige Bedingungen und finden im Rasen oft den perfekten Nährboden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ursachen: Nässe, Schatten, Nährstoffmangel und Rasenfilz. Pilze in der Nähe von Bäumen zersetzen oft altes Holz im Boden.
  • Nicht abmähen: Abgeschnittene Pilze verteilen ihre Sporen, bei unseren Nachbarn kam danach die doppelte Menge.
  • Entfernen: einzelne Pilze vorsichtig herausziehen, bei starkem Befall bis zu 30 cm tief ausstechen und nachsäen. Reste in den Restmüll, nicht auf den Kompost.
  • Häufige Rasenpilze: Hexenringe, Schneeschimmel, Rotspitzigkeit und Dollarflecken.
  • Vorbeugen: 1-2x pro Woche mit etwa 15 l/m² gießen statt täglich, sanden, vertikutieren, ausgewogen düngen und morgens den Tau abwedeln.

Warum entstehen Pilze im Rasen?

Ähnlich wie auch beim Moos, bevorzugen Pilze feuchte Plätze zum Entstehen und Wachsen. Gerade in der Nähe von Bäumen oder an schattigen Stellen, kann man das Wachstum besonders häufig beobachten.

Die in Deutschland weit verbreiteten Hutpilze, wachsen bei sehr feuchtem Wetter praktisch über Nacht aus dem Boden - egal an welcher Stelle, gern auch mitten im Rasen. Wenn es in einer Woche sehr viel geregnet hat, dann haben wir morgens schon so manchen Pilz auf unserem Rasen stehen sehen.

Einfaches Abschneiden - ob händisch oder beim Rasenmähen - reicht zur Bekämpfung bei Weitem nicht aus. Im Gegenteil, dadurch fördert man die Verbreitung der Pilze im Rasen besonders stark. Die abgeschnittenen Pilze streuen ihre Sporen, bekommen so eine deutlich größere Reichweite und werden auf dem ganzen Rasen verteilt.

Unsere Nachbarn haben erzählt, dass sie die Pilze in ihrem Rasen einfach mit dem Rasenmäher verkleinert bzw. abgemäht haben. Das Ergebnis: In der nächsten Woche kam etwa die doppelte Anzahl an Pilzen aus dem Boden gewachsen.

Pilze im Rasen sind aber nicht unbedingt nur schädlich, sie haben auch nützliche Aufgaben. In ihrer Ursprungsfunktion sollen sie abgestorbenes Holz im Boden zersetzen, sodass es zu Erde wird. Auch deshalb ist das Wachstum in der Nähe von Bäumen kein Zufall.

Pilzbefall im Rasen wird durch mehrere Faktoren begünstigt:

Feuchtigkeit: Übermäßige Nässe durch häufigen Regen oder zu intensives Gießen schafft ideale Bedingungen für Pilzwachstum. Staunässe und ein ständig feuchter Boden sind optimale Umgebungen für Pilzsporen, die hier leicht gedeihen können.

Schatten: Mangelnde Sonneneinstrahlung schwächt die Gräser und macht sie anfälliger für Pilzkrankheiten. Schattenbereiche im Garten, etwa durch Bäume oder Gebäude, können dafür sorgen, dass der Rasen nicht ausreichend trocknet, was das Pilzwachstum fördert.

Nährstoffmangel: Ein unausgewogener Boden, der nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist, bietet Pilzen optimale Wachstumsbedingungen. Ein Mangel an essentiellen Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium schwächt die Gräser und macht sie anfälliger für Krankheiten.

Rasenfilz: Eine dicke Schicht aus abgestorbenen Grasresten und Moos bildet einen Nährboden für Pilze und verhindert gleichzeitig die Belüftung des Rasens. Diese Schicht kann Feuchtigkeit speichern und somit ein feuchtes Milieu schaffen, das Pilze begünstigt.

Häufige Pilzarten im Rasen erkennen

Um die Pilze im Rasen bekämpfen zu können, ist es wichtig, die Art des Pilzes zu identifizieren:

Hexenringe: Diese kreisförmigen Pilzformationen sind häufig im Rasen anzutreffen. Sie entstehen durch das Myzel von Pilzen, das im Boden wächst und sich kreisförmig ausbreitet. Hexenringe können in verschiedenen Größen auftreten und den Boden darunter manchmal austrocknen lassen.

Schneeschimmel: Weiß-graue Flecken, die besonders nach der Schneeschmelze im Frühjahr auftreten, sind typisch für Schneeschimmel. Dieser Pilz gedeiht besonders gut unter der Schneedecke, wenn die Temperaturen leicht über dem Gefrierpunkt liegen.

Rotspitzigkeit: Rötliche Verfärbungen an den Grashalmen sind ein Indiz für Rotspitzigkeit, eine Krankheit, die durch verschiedene Pilze verursacht wird. Betroffene Grashalme sehen oft aus, als wären sie rot oder rosa eingefärbt.

Dollarflecken: Diese kreisrunden, strohfarbenen Flecken treten im Sommer auf und sind etwa so groß wie ein Dollar. Dollarflecken entstehen durch einen Pilz, der unter heißen und feuchten Bedingungen wächst.

Effektive Methoden zur Pilzbekämpfung

Je nach Art und Ausmaß des Pilzbefalls stehen verschiedene Bekämpfungsmethoden zur Verfügung:

Chemische Bekämpfung

Fungizide sind zwar wirksam gegen Pilze, sollten aber mit Vorsicht und nur bei starkem Befall eingesetzt werden. Halte dich genau an die Anwendungshinweise des Herstellers und trag beim Ausbringen Schutzkleidung. Der beste Zeitpunkt ist früh morgens oder am späten Abend, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist, weil der Rasen die Wirkstoffe dann besser aufnimmt.

Biologische Bekämpfung

Die biologische Methode bei größerem Befall ist das Ausstechen. Dabei stichst du den Boden an der betroffenen Stelle in ausreichender Tiefe aus, denn das Pilzgeflecht kann bis zu 30 cm tief in den Boden reichen.

Der Nachteil: Du zerstörst dabei den Rasen an dieser Stelle und musst die Lücke schnell wieder füllen (siehe Rasen nachsäen).

Sind nur einzelne Pilze da, kannst du sie auch vorsichtig mit der Hand herausziehen, möglichst dicht über dem Boden.

Wichtig: Die ausgestochenen Pilze inkl. der Wurzeln sollten unbedingt über den Restmüll entsorgt werden und nicht auf den Komposthaufen geworfen werden. Die Gefahr der Verbreitung der Sporen besteht auf dem Komposthaufen nämlich ebenfalls.

Mechanische Bekämpfung

Vertikutieren entfernt Rasenfilz und abgestorbene Grasreste, wodurch die Belüftung des Rasens verbessert und die Feuchtigkeit reduziert wird. Aerifizieren lockert verdichteten Boden auf und schafft so bessere Wachstumsbedingungen für die Gräser. Durch diese mechanischen Maßnahmen wird der Boden durchlässiger, was die Wasseraufnahme und -verteilung im Boden verbessert.

Auch ein regelmäßiges Topdressing fördert die Drainagefähigkeit und beugt gleichzeitig gegen zu viel Rasenfilz, Moos und Feuchtigkeit vor.

Natürliche Hausmittel

Eine Backpulver-Lösung (100g Backpulver auf 10 Liter Wasser) kann als umweltfreundliche Alternative zu chemischen Fungiziden eingesetzt werden. Ein Essig-Wasser-Gemisch (1 Teil Essig auf 9 Teile Wasser) wirkt ebenfalls gegen einige Pilzarten. Diese Hausmittel sind besonders für kleinere Befallsstellen geeignet und haben den Vorteil, dass sie keine schädlichen Rückstände im Boden hinterlassen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Pilzbefall

Diese Maßnahmen beugen einem erneuten Pilzbefall vor:

Richtige Bewässerung: Gieß deinen Rasen auch im Hochsommer nicht jeden Tag, sondern 1-2x pro Woche mit etwa 15 Litern pro m².

Regelmäßiges Mähen: Halte die passende Schnitthöhe für deinen Rasentyp ein (bei Zierrasen meist etwa 3-4 cm). Zu langes Gras hält Feuchtigkeit und Schatten, das mögen Pilze. Zu kurzes Mähen schwächt dagegen die Gräser und macht sie anfälliger für Krankheiten.

Ausgewogene Düngung: Versorg deinen Rasen mit allen nötigen Nährstoffen, damit er gesund und widerstandsfähig wächst. Ein Nährstoffmangel schwächt den Rasen und macht ihn anfälliger für Pilze. Eine Bodenanalyse (zum Beispiel über den Halm Club) zeigt dir, was deinem Boden fehlt.

Lichtdurchlässigkeit verbessern: Entferne überhängende Äste, die den Rasen beschatten und die Luftzirkulation behindern. Mehr Licht und Luft halten den Rasen trockener.

Rasen sanden, um Staunässe zu verhindern: Damit sich Pilze gar nicht erst ausbreiten, solltest du deinen Rasen regelmäßig sanden. Das verbessert die Wasserdurchlässigkeit und reduziert gleichzeitig den Rasenfilz. Je weniger Rasenfilz, desto weniger Nahrung finden die Pilze. Achte außerdem darauf, dass Regenwasser immer abfließen kann.

Expertentipps für einen pilzfreien Rasen

Regelmäßige Bodenanalysen: Lass regelmäßig den Nährstoffgehalt deines Bodens bestimmen, dann düngst du gezielt und hältst den Rasen gesund.

Geschlossene Grasnarbe erreichen: Je dichter dein Rasen ist, desto weniger anfällig ist er für Rasenkrankheiten. Eine dichte Fläche sieht nicht nur schöner aus, sie braucht auch weniger Wasser und lässt Unkraut kaum Platz.

Tautropfen entfernen: Wedel den Tau morgens von den Grashalmen. So gelangen die kleinen Tropfen schneller in den Boden, die Halme trocknen schneller ab und Pilze haben es schwerer. Dafür eignet sich ein Besen oder ein Rasenrakel.

Saisonale Pilzbekämpfung: Den Rasen im Jahresverlauf schützen

Um Pilze im Rasen effektiv zu bekämpfen, ist es wichtig, saisonal vorzugehen und die jeweiligen Bedingungen zu berücksichtigen:

Frühling

  • Erste Kontrolle nach der Winterruhe: Prüf deinen Rasen auf Anzeichen von Pilzbefall, besonders nach der Schneeschmelze.
  • Entferne abgestorbene Grasreste und Laub, damit der Rasen abtrocknen kann.

Sommer

  • Achte auf Trockenstress: Gieß bei Bedarf, vermeide aber Staunässe.
  • Stärke den Rasen durch regelmäßiges Mähen und Düngen.

Herbst

  • Entferne Laub und andere organische Abfälle vom Rasen, bevor der erste Frost kommt.
  • Vertikutiere den Rasen, um Rasenfilz zu entfernen und die Belüftung zu verbessern.

Winter

  • Beuge Schneeschimmel vor: Entferne Laub und anderes organisches Material vom Rasen.
  • Ein kaliumbetonter Herbstdünger stärkt den Rasen gegen Frostschäden.

Fazit: Ein gesunder Rasen ist die beste Pilzprävention

Wer seinen Rasen genau beobachtet und bei ersten Anzeichen von Pilzbefall handelt, hat Pilze gut im Griff. Die beste Vorbeugung bleibt ein gesunder, dichter Rasen.

Bastian

Geschrieben von Bastian

Ich pflege meinen eigenen Rasen mit Leidenschaft und zeige hier seit 2013, wie er dicht, grün und unkrautfrei wird. Mehr als eine Million Menschen haben meine Ratschläge schon gelesen, mein Buch zu Unkraut im Rasen wurde über 2.000-mal verkauft. Mehr über mich