Ratgeber

Wohin mit dem Rasenschnitt: entsorgen oder als Dünger verwenden?

Bastian Aktualisiert am 20. Februar 2024 4 Min. Lesezeit
Wohin mit dem Rasenschnitt: Entsorgen oder als Dünger entsorgen?

Im Garten fällt einiges an Grünabfall an, und allein der Rasenschnitt füllt die Biotonne schnell, gerade bei einem größeren Garten. Die Frage ist also: Wohin mit dem Rasenschnitt?

Gibt es Alternativen zur Biotonne? Und kann der Rasenschnitt dir sogar nützen?

In unserem Garten mit etwa 100 m² Rasen fallen bei jedem Mähen etwa 30 bis 40 Liter Rasenschnitt an. Mähst du im Sommer mindestens einmal pro Woche, kommen schnell große Mengen zusammen.

Wie viel Schnitt tatsächlich anfällt, hängt davon ab, ob der Rasen gerade gedüngt wurde und wie das Wetter ist. Bei Hitze im Sommer und im Herbst wächst der Rasen langsamer, im Winter fällt das Mähen ganz weg.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Biotonne: bequem, aber bei großen Rasenflächen schnell zu klein. Bei uns fallen auf 100 m² pro Schnitt 30 bis 40 Liter an.
  • Mulchmähen: Der fein gehäckselte Schnitt bleibt liegen und düngt den Rasen zum Nulltarif.
  • Mulch für Beete: 2 bis 3 cm angetrockneter Rasenschnitt unterdrückt Unkraut und hält den Boden feucht.
  • Kompost: mit grobem Material mischen und in dünnen Schichten aufsetzen, nach einigen Monaten hast du Komposterde.
  • Nicht verbrennen, größere Mengen nimmt die Grünschnitt-Sammelstelle deiner Gemeinde.

Rasenschnitt in der Biotonne entsorgen

Die naheliegendste Möglichkeit: Du entsorgst den Rasenschnitt in der Biotonne.

Unsere Rasenfläche ist nicht besonders groß, deshalb passt der Schnitt gerade noch in unsere Biotonne, die alle zwei Wochen geleert wird. Das klappt aber nur, weil der Rasenschnitt innerhalb einer Woche deutlich an Volumen verliert.

Ist dein Rasen größer, kannst du eine größere Biotonne bestellen. Wir haben aktuell eine 60-Liter-Tonne, bei uns gibt es bis 120 Liter. Das kostet allerdings höhere Abfallgebühren.

Den Schnitt von etwa 200 m² Rasen bekommst du in so einer großen Tonne gerade noch unter. Für andere Bioabfälle bleibt dann aber kaum Platz.

Und es gibt ja auch noch größere Gärten. Welche Möglichkeiten hast du dann, und wie spart dir der Rasenschnitt vielleicht sogar Geld?

Mulchmähen und den Rasenschnitt als Dünger verwenden

Beim Mulchmähen zerkleinert der Mäher den Rasenschnitt sehr fein und lässt ihn direkt in die Grasnarbe fallen, statt ihn aufzufangen.

Dort verrottet der Schnitt schnell, und die enthaltenen Nährstoffe wirken wie ein Dünger. So versorgst du deinen Rasen mit Stickstoff, und das zum Nulltarif.

Mähroboter mulchen ständig. Weil sie täglich fahren, schneiden sie immer nur wenige Millimeter ab, die sich schnell zersetzen.

Funktioniert das Bodenleben nicht gut, kann sich durch das Mulchen Rasenfilz bilden. Dann helfen Huminsäuren und ein passender Rasendünger, die Mikroorganismen im Boden zu stärken.

Als Mulch für Beete verwenden

Du kannst den Rasenschnitt auch gegen Unkraut in deinen Beeten einsetzen. Verteil den Inhalt des Fangkorbs dafür unter Büschen und Sträuchern auf der Erde.

Trag die Schicht aber nur etwa 2 bis 3 cm dick auf und lass den Schnitt vorher einen Tag antrocknen, sonst fault er. Dann arbeiten zwei Effekte für dich:

  • Abgabe von Nährstoffen in den Boden
  • Unterdrückung von Unkraut, weil kein Licht mehr auf den Boden fällt

Die Mulchschicht nimmt Unkrautsamen das Licht, sodass sie gar nicht erst keimen. Außerdem bleibt der Boden darunter länger feucht. Die Schicht erneuerst du einfach nach jedem Mähen.

Persönlich finde ich, dass dieser Rasenmulch auf den Beeten auch optisch sehr gut wirkt. Er erzeugt eine gewisse Gleichmäßigkeit und riecht zeitgleich (zumindest direkt nach dem Rasenmähen) sehr gut!

Kompostieren - Aus Rasen Erde machen

Eine weitere Option ist der Kompost. Dort landet der Rasenschnitt zusammen mit anderen Garten- und Küchenabfällen.

Damit er nicht fault, mischst du den Rasenschnitt mit grobem Material wie Laub, Strauchschnitt oder Holzhäckseln und gibst ihn nur in dünnen Schichten dazu.

Früher haben wir sogar jeden Regenwurm, den wir finden konnten, in den Komposter gesetzt. Regenwürmer fressen sich durch das Material und beschleunigen die Zersetzung.

Nach einigen Monaten wird aus den Abfällen nährstoffreiche Komposterde, die du für deine Beete verwendest.

Fazit

Du hast vier Möglichkeiten, deinen Rasenschnitt loszuwerden. Neben der Biotonne bringen dir die drei anderen sogar einen Nutzen.

Beim Mulchmähen und beim Kompostieren wird der Schnitt zu wertvollem Dünger. Das Mulchen wirkt sofort, beim Kompost brauchst du etwas mehr Geduld. Auch als Mulch auf den Beeten verbessert er den Boden und hält Unkraut fern.

Aus dem unscheinbaren Rasenschnitt kann also durchaus etwas Wertvolles werden.

Häufige Fragen zum Rasenschnitt

Muss ich den Rasenschnitt überhaupt entfernen?

Nicht unbedingt. Fein zerkleinerter Schnitt, wie beim Mulchmähen, kann liegen bleiben. Lange Halme nach einer Mähpause solltest du dagegen aufsammeln, weil sie den Rasen darunter ersticken und Rasenfilz fördern.

Kann ich den Rasenschnitt einfach auf dem Rasen liegen lassen?

Kleine, fein zerkleinerte Mengen dienen als Dünger. Dicke Schichten nehmen den Gräsern aber Licht und Luft, der Rasen darunter wird gelb.

Wie entsorge ich Rasenschnitt am besten?

Du kannst ihn kompostieren, als Mulch in Beeten verwenden oder über die Biotonne bzw. den Grünschnitt-Sammelplatz deiner Gemeinde entsorgen.

Kann ich den Rasenschnitt einfach auf den Kompost geben?

Ja, aber misch ihn gut mit gröberem Material und gib ihn in dünnen Schichten dazu, sonst verklumpt er und fängt an zu stinken.

Wie lange dauert es, bis Rasenschnitt zu Kompost wird?

Unter optimalen Bedingungen kann Rasenschnitt in etwa 3 bis 6 Monaten zu Kompost zerfallen.

Darf ich Rasenschnitt verbrennen?

Nein, das Verbrennen von Gartenabfällen ist in den meisten Gemeinden verboten. Frag im Zweifel bei deiner Gemeinde nach.

Kann ich Rasenschnitt als Füllmaterial für Hochbeete verwenden?

Ja, gemischt mit anderen organischen Materialien kann Rasenschnitt als Füllmaterial dienen, aber nicht ausschließlich.

Kann ich Rasenschnitt von behandeltem Rasen kompostieren?

Hast du einen Unkrautvernichter eingesetzt, kompostierst du die ersten Schnitte danach besser nicht, sondern entsorgst sie über die Biotonne. Beachte dazu die Hinweise auf der Verpackung.

Kann ich Rasenschnitt direkt als Dünger verwenden?

Ja, Rasenschnitt ist ein natürlicher Stickstoffdünger. Das funktioniert aber nur, wenn er fein zerkleinert in der Grasnarbe verrottet und so die Nährstoffe freigibt.

Gibt es noch andere Wege, Rasenschnitt zu entsorgen?

Viele Gemeinden haben Grünschnitt-Sammelstellen oder Wertstoffhöfe, bei denen du größere Mengen kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr abgeben kannst.

Bastian

Geschrieben von Bastian

Ich pflege meinen eigenen Rasen mit Leidenschaft und zeige hier seit 2013, wie er dicht, grün und unkrautfrei wird. Mehr als eine Million Menschen haben meine Ratschläge schon gelesen, mein Buch zu Unkraut im Rasen wurde über 2.000-mal verkauft. Mehr über mich