Blaukorn als Rasendünger? Was sollte man beachten?

Wir sind durch Gespräche mit Freunden auf Blaukorn als Rasendünger gekommen. Unsere Freunde berichteten uns dabei von der sehr guten Wirkung und dem anschließend schönen Rasen.
Deshalb haben wir uns dieses Teufelszeug einmal genauer angesehen.
Blaukorn gibt es als flüssige Variante oder als Granulat. Das Granulat besteht aus kleinen blauen Kügelchen (von denen dieser Volldünger seinen Namen hat) - nicht zu verwechseln mit dem ähnlich aussehenden Schneckenkorn.
Die blaue Färbung soll angeblich dafür sorgen, dass Vogel das Düngemittel nicht erkennen können und es dadurch nicht auffressen. Ob das jedoch tatsächlich so ist, oder ob sie vielmehr merken, dass es ihn nicht schmeckt, kann nicht einwandfrei dargelegt werden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Chemischer Volldünger: Blaukorn enthält Stickstoff, Phosphat und Kalium (NPK, z. B. 12-8-16) und wirkt etwa zwei Wochen lang sehr intensiv.
- Gegen Klee: Der hohe Stickstoffanteil lässt die Gräser dicht wachsen, sodass sie den Klee verdrängen.
- Richtig anwenden: im Frühjahr oder Herbst, genau nach Verpackungsangabe dosieren, gleichmäßig streuen und danach gründlich wässern.
- Risiko: Zu viel führt schnell zur Überdüngung, Reste können Kindern und Haustieren schaden.
- Alternative: Organischer Rasendünger wirkt langsamer, ist aber schonender.
Welche Inhaltsstoffe sind in Blaukorn?
Ganz allgemein kann man sagen, dass Blaukorn ein chemischer Dünger ist. Es sind keine natürlichen Inhaltsstoffe enthalten. Das ist wohl auch der Grund, weshalb es immer wieder kontroverse Diskussionen um diesen Wachstums-Booster gibt.
Sowohl professionelle Gärtner als auch Hobby-Gärtner sind sich nicht ganz einige (oder sollte man besser: Nicht grün sagen?).
Auf der einen Seite gibt es einen unbestrittenen Sofort-Effekt. Pflanzen und der Rasen bekommen einen direkten Kickstart und sprießen in den ca. zwei Wochen der intensiven Wirkung gut sichtbar.
Auf der anderen Seite liefert der Blaukorn Dünger zu viele künstliche Nährstoffe, die schnell zu einer Überdüngung des Bodens führen.
Das Blaukorn ist ein Mehrstoffdünger aus Stickstoff, Phosphat und Kalium (Kurzform: NPK). Diese Abkürzung findest du häufig auch auf der Verpackung, zusammen mit Zahlenkombinationen wie 12-8-16. Die Zahlen geben den Anteil des jeweiligen Inhaltsstoffes an.
Manchmal stehen hinter diesen Zahlen noch 1-2 weitere, die mit einem ”+” angehängt werden. Die erste dieser Zahlen kennzeichnet den Magnesium-Anteil während die zweite für den Anteil an Schwefel steht.
Warum ist Blaukorn so effektiv gegen Klee?
Eine bewährte Lösung, um effektiv gegen Klee vorzugehen, ist die Anwendung von Blaukorn. Der Grund ist der hohe Stickstoffgehalt.
Blaukorn, ein mineralischer Dünger, enthält eine ausgewogene Mischung von Nährstoffen, die für das Wachstum und die Gesundheit von Rasengräsern entscheidend sind. Insbesondere der hohe Stickstoffgehalt hilft bei der Bekämpfung von Klee im Rasen. Hier sind die zentralen Punkte, wie Blaukorn gegen Klee wirkt:
- Stickstoff als Wachstumsförderer: Der hohe Stickstoffanteil in Blaukorn fördert das Wachstum der Rasengräser und verleiht diesen einen kräftigen Schub. Diese Vitalität der Gräser führt dazu, dass sie sich dichter und schneller ausbreiten, was wiederum den Klee verdrängt.
- Konkurrenzkampf um Nährstoffe: Blaukorn stärkt nicht nur die Rasengräser, sondern führt auch zu einem intensiven Wettbewerb um Nährstoffe im Boden. Da die Rasengräser durch das Blaukorn optimal versorgt sind, wird dem Klee die Nährstoffgrundlage entzogen, und er hat Schwierigkeiten, sich zu entwickeln.
- Veränderung des pH-Werts: Einige Blaukorn-Produkte können den pH-Wert des Bodens leicht verändern, was für die Rasengräser vorteilhaft ist, aber für den Klee weniger optimal. Dies schafft Bedingungen, die den Rasen bevorzugen und das Wachstum von Klee hemmen.
Anwendung von Blaukorn gegen Klee
- Frühjahr oder Herbst: Nutze den Frühjahrsschub oder den Herbst, um Blaukorn auf deinen Rasen aufzubringen. In diesen Phasen ist der Rasen besonders aktiv im Wachstum.
- Dosierung beachten: Halte dich genau an die Dosierempfehlungen auf der Blaukorn-Verpackung. Eine korrekte Dosierung ist entscheidend, um den Rasen zu stärken, ohne ihn zu schädigen.
- Gleichmäßige Verteilung: Nutze einen Streuwagen oder streu von Hand, um das Blaukorn gleichmäßig über den Rasen zu verteilen. So kommen die Nährstoffe überall gleichmäßig an.
- Bewässerung nicht vergessen: Nach der Blaukorn-Ausbringung ist eine gründliche Bewässerung wichtig, um die Nährstoffe in den Boden einzuarbeiten und den Konkurrenzkampf mit dem Klee zu intensivieren.
Richtig angewendet stärkt Blaukorn die Rasengräser so, dass sie den Klee verdrängen. Halte dich dabei aber stets an die Dosierempfehlung, sonst schadet der Dünger deinem Rasen mehr, als er nützt.
Ist Blaukorn giftig?
Also essen sollte man Blaukorn besser nicht. Insbesondere für Kinder und Haustiere ist dieser Dünger nicht gesund.
Dünge daher am besten kurz vor intensiven Regenfällen oder bewässere deinen Rasen bzw. dein Beet anschließend ausgiebig, damit das meiste direkt im Boden versickern kann.
Trotzdem können Reste auf dem Boden verbleiben, über die Hunde oder Katzen laufen und sich anschließend die Pfoten lecken. Bei übermäßiger Dosierung kann es zu einer Reizung der Magen-Schleimhaut kommen.
Je größer das Haustier, das mit Blaukorn in “normaler” Dosierung in Berührung kommt, desto unwahrscheinlicher ist eine Reaktion darauf. Sind denn andere Rasendünger nicht giftig?
Doch! Insbesondere Dünger, die gegen Moos oder anderes Unkraut helfen sollen. Viele davon lösen sich jedoch schnell auf bzw. versickern in die Grasnarbe, sodass Kinder und Tiere weniger damit in Berührung kommen können. Ausgiebiges bewässern ist natürlich auch hier notwendig, damit der Rasen schnell wieder unbedenklich ist und wieder als Spielwiese fungieren kann.
Wenn du die Wahl hast, verwende im eigenen Garten vielleicht mal organischen Rasendünger.


