Ratgeber

Rotspitzigkeit - was hilft gegen diese Rasenkrankheit?

Bastian Aktualisiert am 21. Juni 2024 4 Min. Lesezeit
Rotspitzigkeit im Rasen bekämpfen

Oje, plötzlich war sie da: Rotspitzigkeit in unserem Rollrasen.

Nach dem Umzug in unsere Doppelhaushälfte, hatten wir uns für einen schönen Rollrasen im Garten entschieden. Einfach ein tolles Grün, das von heute auf morgen den Garten zierte. Ich kann jedem nur empfehlen, den Traum aller vieler Gartenbesitzer wahr werden zu lassen.

Die Kosten stehen aus meiner Sicht in einem guten Verhältnis zum Nutzen, wir bereuen die Entscheidung jedenfalls nicht. Wie man Rollrasen richtig verlegt, steht in unserer Anleitung zum Rollrasen verlegen.

Leider hat sich in unserem neuen Rollrasen dann eine Rasenkrankheit breitgemacht: die Rotspitzigkeit.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Erkennen: runde, rötlich-braune Flecken mit 3 bis 6 cm Durchmesser und feinen roten Fäden an den Halmen.
  • Ursachen: feuchtwarmes Wetter um 15 bis 20 °C, Staunässe durch verdichteten Boden und Nährstoffmangel.
  • Nicht gefährlich: Die Gräser sterben meist nicht ab, die Flecken stören vor allem optisch.
  • Was hilft: Filz abharken, mit einem schnell wirkenden Dünger mit viel Stickstoff und Kalium düngen, bei Staunässe aerifizieren.
  • Ohne Fungizid: Chemie ist nicht nötig, oft verschwindet die Rotspitzigkeit bei trockenerem Wetter von allein.

Was ist Rotspitzigkeit und wodurch entsteht dieser Rasenpilz?

Rotspitzigkeit ist eine weit verbreitete Rasenkrankheit, die auf der ganzen Welt vorkommt. Ein Pilz löst sie aus, und der Rasen sieht plötzlich unschön aus.

Rote bzw. braune Flecken, die meist ziemlich rund aussehen und einen Durchmesser von 3-6 cm aufweisen, kennzeichnen diese Krankheit. Wenn man etwas genauer hinschaut, dann sind diese Flecken tatsächlich nicht (nur) braun. Es zeigen sich kleinere rote Fäden, die mitunter auch direkt neben gesunden, grünen Rasenpflanzen wachsen.

Bei uns und auch bei unseren Nachbarn finden sich relativ viele kleine Stellen, an denen diese kreisrunden Stellen auftreten. Es handelt sich also nicht nur um einen singulär auf den eigenen Garten begrenzten Befall, der durch eine falsche Pflege des eigenen Rasens beispielsweise auftreten kann (außer unsere Nachbarn und wir bewässern und düngen alle falsch - das kann natürlich auch sein…)

Das optimale Klima für eine rasante Verbreitung von Rotspitzigkeit ist feuchtwarm. Temperaturen zwischen 15° und 20° sowie sehr starke Regenfälle und damit einhergehend ein sehr feuchter Boden sind die optimale Umgebung dieser Rasenkrankheit.

Im Normalfall sollte das Wasser ja auch nach einem starken Regenfall (wie in diesem Jahr sehr häufig) gut in den Boden einsickern. Gibt es jedoch Stellen, die beispielsweise eine zu starke Verdichtung aufweisen, entsteht Staunässe. Diese Staunässe wiederum fördert die Bildung von Rasenpilzen enorm.

Neben einem verdichteten Boden und Staunässe kann jedoch auch ein Mangel an Nährstoffen im Boden für das Ausbrechen von Rotspitzigkeit sorgen.

Wie gefährlich ist diese Rasenkrankheit?

Hier kommt die gute Nachricht: Die Krankheit ist weniger gefährlich für den eigenen Rasen. Vielmehr stören einen selbst aber die unschönen Flecken auf dem grünen Teppich.

Die Rasenpflanzen sind nicht komplett abgestorben, sondern leben weiterhin und können mit relativ einfachen Mitteln im Kampf gegen den Rasenpilz unterstützt werden. Im Grunde kann man es sich so vorstellen, dass die gesunden Rasenpflanzen mit einem leichten Filz bedeckt werden. Dadurch werden sie an den Spitzen bräunlich und erwecken den Eindruck, sie seien abgestorben.

Rotspitzigkeit muss nicht zwingend mit einem Fungizid behandelt werden.

Was hilft gegen Rotspitzigkeit?

Mittel gegen Rotspitzigkeit: Einfach wegharken

Mittel gegen Rotspitzigkeit: Einfach wegharken

Das einfachste Mittel gegen Rotspitzigkeit ist schlichtes “Abharken”. Harke mit einem Laubrechen über die betroffenen Stellen und entferne den Filz. So bekommen die Grashalme mehr Luft und können weiter austreiben.

Anschließend versorgst du den Boden mit einem Rasendünger mit viel Stickstoff und gleichzeitig viel Kalium. Kalk braucht der Dünger nicht, er könnte den pH-Wert aus dem Normbereich bringen. Rotspitzigkeit ist nämlich kein Hinweis darauf, dass du kalken musst.

Nimm keinen Langzeitdünger, sondern einen mit Soforteffekt. Die Rasenpflanzen sollen schnell neue, frische Triebe bilden, die die befallenen Halme verdrängen.

Eine gute Nährstoffversorgung des Bodens kann gleichzeitig auch vorbeugende Wirkung haben, sodass es im besten Fall gar nicht erst zu einem Befall einer Rasenkrankheit kommt.

Sind durch den Pilz tatsächlich einzelne Rasenpflanzen abgestorben, besserst du die Stellen mit neuer Rasensaat aus. Nach kurzer Keimzeit ist die Stelle wieder grün.

Aber auch nichts tun kann helfen

Ja, auf eine Regenzeit folgt meistens auch Trockenheit. Geht es vor allem um Staunässe, hilft das Aerifizieren, zum Beispiel mit einem Handaerifizierer mit Hohlspoons.

Oft verschwindet die Rotspitzigkeit auch von allein, sobald das Wetter trockener wird und der Rasen wieder gut versorgt ist.

Bastian

Geschrieben von Bastian

Ich pflege meinen eigenen Rasen mit Leidenschaft und zeige hier seit 2013, wie er dicht, grün und unkrautfrei wird. Mehr als eine Million Menschen haben meine Ratschläge schon gelesen, mein Buch zu Unkraut im Rasen wurde über 2.000-mal verkauft. Mehr über mich