Ratgeber

Rasen sanden - Mit Sand zu einem saftigen Grün?

Bastian Aktualisiert am 29. Dezember 2023 4 Min. Lesezeit
Rasen sanden: Die Rasenpflege mit Sand

Hast du schon einmal von Rasen sanden gehört? Für mich klang das erst danach, dass Kinder aus dem Sandkasten jede Menge Sand auf den Rasen werfen. Im Gartencenter stand dann aber direkt neben der Muttererde eine Packung mit der Aufschrift: “Rasensand - für den perfekten, grünen Rasen”. Was bewirkt Rasensand wirklich, und wann solltest du deinen Rasen sanden?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Was es bringt: Feiner Quarzsand lockert verdichteten Boden, beugt Staunässe vor und gleicht kleine Unebenheiten aus.
  • Welcher Sand: gewaschener, kalkarmer Quarzsand mit 0,1 bis 2 mm Körnung, feiner Spielsand geht oft auch.
  • Menge: etwa 15 kg auf 5 bis 10 m², je nach Verdichtung, bei Bedarf nach einigen Wochen wiederholen.
  • Reihenfolge: kurz mähen, vertikutieren, optional aerifizieren, sanden, nach etwa einer Woche düngen.
  • Zeitpunkt: zwischen März und September, am besten im Frühjahr.

Was ist Rasensand?

Bei einem schönen Rasen denkt man nicht unbedingt an Sand, sondern an sattes Grün und darunter tiefschwarzen Mutterboden, in dem die Wurzeln gut wachsen. Im Mutterboden arbeiten jede Menge Mikroorganismen und versorgen den Rasen mit Nährstoffen, außerdem speichert er das Wasser. (In trockenen Monaten musst du nachhelfen und den Rasen bewässern.)

Rasensand ist tatsächlich einfacher, sehr feiner Sand, meist gewaschener, kalkarmer Quarzsand. Entscheidend ist die feine Körnung, als Richtwert zwischen 0,1 mm und 2 mm. Auch feiner Spielsand eignet sich in vielen Fällen. Preislich liegt Rasensand bei etwa 0,40 bis 1 € pro Quadratmeter, also überschaubar für den Nutzen.

Wobei hilft das Rasen besanden?

Eine zu starke Verdichtung der Erde unter dem Rasen führt zwangsläufig zu Staunässe. Das Wasser kann nicht ordentlich abfließen und sich gleichmäßig im Boden verteilen, sondern es steht geradezu an den betroffenen Stellen. Diese Verdichtung kann beispielsweise durch eine starke Nutzung oder schwere, dauerhaft auf dem Rasen befindliche Gegenstände entstehen. Für die Rasenwurzeln bedeutet das allerhöchste Gefahr, weil zu viel Wasser schädlich ist. Die Pflanzen werden bei dauerhafter Staunässe wegfaulen und dadurch unschöne Löcher im Rasen hinterlassen. Neben dem Rasen Aerifizieren ist das Rasen Sanden (oder alternativ auch Topdressing) eine beliebte Methode, um dieser Verdichtung vorzubeugen. Die Wirkung nach dem Rasen Besanden ist ähnlich der, einer Drainage. Dabei mischt sich der Sand aufgrund seiner feinen Struktur unter die Muttererde und sorgt dort für eine Durchmischung des Bodens. Die runden Sandkörner trennen die Erde auf natürliche Art und Weise und machen sie ein wenig lockerer.

Dafür brauchst du viel Sand und Ausdauer. Mit einmal Sanden ist es nicht getan.

Du brauchst relativ viel Sand, damit sich der Boden wirklich durchmischt. Hersteller empfehlen einen 15-kg-Sack auf 5-10 m². Wie viel es genau sein muss, hängt davon ab, wie verdichtet dein Boden ist: Bei stark verdichtetem Boden können 15 kg auf 5 m² nötig sein, bei wenig Verdichtung reichen 15 kg auf 10 m². Siehst du nach ein paar Wochen keine Veränderung, wiederholst du das Ganze.

Neben der Auflockerung hat Sanden noch einen Vorteil: Unebenheiten gleicht Rasensand wunderbar aus. Kleine Kuhlen, etwa nach einem Maulwurf, werden so wieder eben.

Wie solltest du deinen Rasen sanden?

Auch hier ist die Vorbereitung wichtig, denn nur dann gelangt der Sand dorthin, wo er hin soll: tief in den Boden. Mäh den Rasen zuerst schön kurz, 3-4 cm sind ein guter Richtwert. Danach entfernst du den Rasenfilz, am einfachsten durch Vertikutieren. Harke den Filz anschließend komplett heraus, damit der Sand den Boden erreicht.

Ist die Fläche frei von Moos, Unkraut und Filz, verteilst du den Sand mit einem Streuwagen gleichmäßig auf dem Rasen. Von Hand geht es auch, nur wird es schwieriger gleichmäßig. Zum Einarbeiten ist die Level-Rake von Rasenspecht ein super praktisches Hilfsmittel.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Da Vertikutieren und Aerifizieren dem Sanden vorausgehen, solltest du das Ganze nur in der Zeit machen, in der der Rasen stark wächst und sich schnell erholt, also zwischen März und September. Am besten nutzt du das Frühjahr, dann hast du die ganze Saison etwas davon. Halte dich dabei an diese Reihenfolge:

  1. Den Rasen mähen (kurz, 3-4 cm)
  2. Den Rasen vertikutieren
  3. optional: Den Rasen aerifizieren
  4. Den Rasen sanden
  5. Den Rasen düngen

Ein besser durchmischter Boden lässt die Rasenpflanzen besser wachsen, und dann haben Unkraut und Moos weniger Chancen. Nach etwa einer Woche, wenn sich der Sand gut mit der Erde vermischt hat, gibst du dem Rasen mit dem passenden Rasendünger einen zusätzlichen Wachstumsschub.

Bastian

Geschrieben von Bastian

Ich pflege meinen eigenen Rasen mit Leidenschaft und zeige hier seit 2013, wie er dicht, grün und unkrautfrei wird. Mehr als eine Million Menschen haben meine Ratschläge schon gelesen, mein Buch zu Unkraut im Rasen wurde über 2.000-mal verkauft. Mehr über mich